Inhaltstyp: Leitfaden

Strukturierte Problemlösung in der Energieeffizienz: Ein praxisnaher Leitfaden für Energiemanager:innen

In mittelständischen Industrieunternehmen sind Sie als Energiemanager:in mit einer Vielzahl technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Herausforderungen konfrontiert. Die Aufgabe, Energieeffizienzmaßnahmen zu identifizieren, zu priorisieren und deren Umsetzung zu überwachen, verlangt nicht nur technisches Know-how, sondern auch methodische Klarheit und kommunikative Kompetenz. Die Komplexität der Prozesse, die Vielfalt der eingesetzten Technologien und die oft begrenzten Ressourcen machen es erforderlich, systematisch und strukturiert vorzugehen.

Herausforderungen des Energiemanagements

Ein zentrales Hindernis in der Praxis ist die fehlende Transparenz über energetische Schwachstellen. Ohne eine fundierte Situationsanalyse bleibt die Ursachenforschung oberflächlich. Erst durch die gezielte Erhebung von Verbrauchsdaten, Prozessparametern und Betriebsverhalten lassen sich belastbare Hypothesen zur Problemdefinition ableiten. Dabei helfen Werkzeuge wie Energieflussdiagramme, Sankey-Darstellungen oder thermografische Analysen, um energetische Verluste sichtbar zu machen.  

Herausforderungen im Energiemanagement

Die strukturierte Erfassung – das heißt, die Erfassung nach einem klaren Schema – von Ist-Zuständen bildet die Grundlage für jede weitere Maßnahme. Dazu gehören die Erfassung der Energieverbraucher, die Messung und Analyse von Energieflüssen, die Zuordnung zu Prozessen oder Bereichen, die Bewertung der Energieeffizienz und die Dokumentation der Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren.

Präzise Zieldefinition ist entscheidend

Die Zieldefinition verlangt Klarheit über die angestrebten Verbesserungen. Ob es um die Reduktion spezifischer Energiekennzahlen, die Senkung von Lastspitzen oder die Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit geht – ohne ein präzises Zielbild bleibt jede Maßnahme beliebig. Hier empfiehlt sich die Anwendung von SMART-Kriterien (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert), um Zielsetzungen greifbar und überprüfbar zu machen.

Lösungssuche in Zusammenarbeit

In der Lösungssuche zeigt sich, wie wertvoll interdisziplinäre Zusammenarbeit ist. Technische Optionen wie Wärmerückgewinnung, Frequenzumrichter, Druckluftoptimierung oder Prozessintegration müssen nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich bewertet werden. Die Lebenszykluskostenanalyse (LCCA) bietet hier eine fundierte Entscheidungsgrundlage, indem sie Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg berücksichtigt. Ergänzend kann die Total Cost of Ownership (TCO)-Betrachtung helfen, versteckte Kosten aufzudecken.

Wie Ramona Lütcherarth, EHS-Coach und -Auditorin, treffend formuliert: „Ein strukturierter Problemlöseprozess ist aus mehreren Gründen entscheidend für die erfolgreiche Lösungsfindung.“

Gerade in dieser Phase profitieren viele Unternehmen von der Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der SEMPACT AG. Unsere Kunden schätzen insbesondere die Kombination aus hoher technischer Expertise und partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Externe Experten bringen nicht nur frische Perspektiven, sondern auch bewährte Methoden zur Maßnahmenpriorisierung mit – etwa durch die Anwendung von Pareto-Analysen, ABC-Klassifizierungen oder Kosten-Nutzen-Bewertungen. So lassen sich Maßnahmen mit hoher Wirkung und kurzer Amortisationszeit gezielt identifizieren und strategisch umsetzen.

Die Entscheidungsphase erfordert nicht nur technisches Verständnis, sondern auch kommunikatives Geschick. Unterschiedliche Interessen – etwa zwischen Produktion, Instandhaltung und strategischem Management – müssen moderiert und in eine tragfähige Entscheidung überführt werden. Hier hilft eine klare Agenda, die Verantwortlichkeiten, Zeitrahmen und Entscheidungsbedarfe transparent macht. Die Rolle der Gesprächsmoderation ist dabei zentral: Sie sorgt für Struktur, steuert Beiträge und stellt sicher, dass alle relevanten Perspektiven gehört werden. Eine rollierende Moderation fördert die Disziplin und stärkt die Gruppenverantwortung.

Im Aktionsplan werden die beschlossenen Maßnahmen konkretisiert: Wer übernimmt was bis wann, mit welchen Ressourcen? Eine präzise Dokumentation ist nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die spätere Wirksamkeitskontrolle entscheidend. Nur wenn die Effekte gemessen und reflektiert werden, kann aus der Maßnahme auch ein nachhaltiger Lernprozess entstehen. Hier empfiehlt sich die Anwendung von Kennzahlen (KPIs) wie spezifischer Energieverbrauch, CO2-Reduktion pro Produktionseinheit, Energieeinsparung pro Betriebsstunde einer Maschine oder pro erzeugter Energiemenge.

Reflexion zur kontinuierlichen Verbesserung der eignen Arbeitsweise

Die abschließende Reflexion des gesamten Prozesses – von der Analyse bis zur Umsetzung – ist kein Selbstzweck. Sie ermöglicht es, systematische Schwächen im Vorgehen zu erkennen und kontinuierlich zu verbessern. Methoden wie strukturierte Feedbackrunden oder retrospektive Workshops helfen, die Qualität der Zusammenarbeit zu steigern und eine echte Fehlerkultur zu etablieren. Die Erfahrung zeigt, dass gerade in mittelständischen Betrieben oft an ineffizienten Routinen festgehalten wird. Ein bewusster Umgang mit Fehlern und die Bereitschaft zur Veränderung sind daher zentrale Erfolgsfaktoren.

Ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird, ist die Kommunikation zwischen den beteiligten Abteilungen. Energiemanagement ist kein isolierter Prozess, sondern muss in die gesamte Unternehmensstruktur integriert werden. Die Einbindung von Energieteam, Produktion, Instandhaltung, Entwicklung, Auslegungsplanung, Einkauf und Geschäftsführung ist entscheidend für die Akzeptanz und Nachhaltigkeit der Maßnahmen. Hier helfen interdisziplinäre Projektteams, regelmäßige Statusmeetings und transparente Entscheidungswege mit transparenten Entscheidungskriterien.

Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner wie der SEMPACT AG bietet Ihnen nicht nur methodische Sicherheit, sondern auch Zugang zu tiefgreifendem technischem Know-how – von der Energieverbrauchsanalyse über die Lastgangbewertung bis hin zur Prozessintegration energieeffizienter Technologien. Unsere Beraterinnen und Berater bringen nicht nur Fachwissen, sondern auch Erfahrung aus zahlreichen Projekten mit, die Ihnen helfen, typische Fallstricke zu vermeiden und bewährte Lösungen zu adaptieren. Wenn Sie Ihre Rolle als Energiemanager:in nicht nur als operative Instanz, sondern als strategische Gestalter:in verstehen, dann ist ein strukturierter Problemlöseprozess Ihr wichtigstes Werkzeug. Denn nur wer systematisch vorgeht, kann Komplexität beherrschen, Ressourcen gezielt einsetzen und nachhaltige Ergebnisse erzielen. Die Kombination aus methodischer Klarheit, technischer Tiefe und partnerschaftlicher Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen im Mittelstand.

Ein typischer Problemlöseprozess

  • 1.Situationsanalyse: Die Situation wird aus mindestens drei Seiten beleuchtet durch Fragen nach der Situation, Fragen nach dem Verhalten, Fragen nach den Auswirkungen. Alle relevanten Informationen und Daten werden gesammelt, um ein umfassendes Bild des Problems zu erhalten.
  • 2.Problemdefinition: Das Problem wird klar und präzise definiert. Es ist wichtig, das Problem vollständig zu verstehen, bevor man mit der Lösungsfindung beginnt.
  • 3.Zieldefinition: Welches der angegebenen Probleme wollen wir (heute) fokussieren und bearbeiten?
  • 4.Lösungssuche: Die gesammelten Informationen werden analysiert, um die Ursachen des Problems zu identifizieren und mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Verschiedene Lösungsoptionen werden entwickelt und bewertet. Kreativität und Innovation sind hier gefragt, um möglichst viele Ansätze zu finden.
  • 5.Entscheidungsphase: Die beste Lösung wird ausgewählt, basierend auf den Bewertungen und Analysen der verschiedenen Optionen.
  • 6.Aktionsplanung: Für die gewählte Lösung werden Umsetzungsschritte, Verantwortlichkeiten, Termine, Dauer, Ressourcenverfügbarkeit, Mitwirkende und Wirksamkeitsprüfungen festgelegt.
  • 7.Reflexion: Der Gesprächsverlauf von der Situationsanalyse, über die Problemdefinition, Zielfestlegung, Lösungsentwicklung, Entscheidung bis hin zur Aktionsplanung wird in der Gruppe nochmals reflektiert, um zu erkennen, ob alle Sichtweisen, die im Raum sind, berücksichtigt wurden.
  • 8.Sonstiges und Dokumentation: Der gesamte Prozess und die getroffenen Entscheidungen werden dokumentiert, um zukünftige Referenzen und Lernmöglichkeiten zu schaffen.

Quellen:

  • SEMPACT AG, interner Methodenkoffer „Problemlösungsschritte“, Stand 2025
  • Foto von Ev auf Unsplash
Ihre Expertin für Lösungen

Dipl.-Ing. (FH) Ramona Lütcherath

EHS-Coach und -Auditorin

Fon: +49 8191 657088-11

Mobil: +49 172 7822594

Ihre Expertin für Nachhaltigkeit

Sind Sie einer von 20?

Das Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland (Energieeffizienzgesetz – EnEfG) verpflichtet alle Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh ihre Maßnahmen zur Einsparung von Energie zu strukturieren und diese Informationen zu veröffentlichen. Jährlich prüft das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 5% aller Unternehmen mit Stichproben auf Erfüllung der Gesetze. Die Stichproben werden mit einem Schreiben angekündigt und sind innerhalb von 4 Wochen online zu beantworten.

Im Rahmen einer Stichprobenkontrolle überprüft das BAFA die Pflichten zur Durchführung von Energieaudits gemäß § 8 des EnEfG. Gleichzeitig überprüft das Bundesamt die Veröffentlichung von Umsetzungsplänen gemäß § 9 des EnEfG. Diese Stichprobe kann auch Unternehmen treffen, die nicht unter den Anwendungsbereich der Gesetze fallen, denn auch diese sind verpflichtet eine Begründung online an das BAFA rückzumelden.

Gesetzliche Grundlagen

EnEfG

Alle Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh müssen ihre geplanten Energieeffizienzmaßnahmen auf Wirtschaftlichkeit prüfen. Sie sind verpflichtet die DIN EN 17463 VALERI anzuwenden.

Ziel ist eine kaptialwertbasierte Bewertung der einzelnen Maßnahmen, welche in einem Umsetzungsplan mündet. Diese Umsetzungspläne sind zu veröffentlichen. Wie genau die Veröffentlichung zu erfolgen hat ist momentan noch nicht klar und wird vermutlich mit der Überarbeitung des EnEfG im Herbst 2024 bekannt gegeben.

Zusätzlich gilt für alle Unternehmen mit mehr als 7,5 GWh eine Einführungspflicht für Energie- oder Umweltmanagementsysteme.

EDL-G

Alle nicht KMUs ((> 250 MA und > 50 € Mio. Jahresumsatz) sind verpflichtet entweder ein Energiemanagementsystem einzuführen und zu betreiben oder mindestens alle vier Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchzuführen.

Folgende Informationen müssen bei einer Stichprobenkontrolle des BAFA zusammengetragen werden.

Wenn Sie ein Schreiben vom BAFA bekommen, welches Sie auffordert ihre Daten in das Onlineportal einzutragen, haben Sie ca. 4 Wochen Zeit folgende Informationen in digitaler Form (nur PDF) zusammenzutragen:

Richtigkeit der Angaben

Bestätigung der Richtigkeit der Angaben im elektronischen Formular (von der Geschäftsleitung unterschrieben).

Nachweis über die Durchführung des Energieaudits

Dieses Dokument bekommen Sie von SEMPACT beim Abschluss Ihres Energieaudits zusammen mit Ihrem Zertifikat.

Energieauditbericht

Den Bericht bekommen Sie von SEMPACT nach Fertigstellung Ihres letzten Energieaudits, also mit der Ergebnispräsentation.

Zertifikat des Energie- oder Umweltmanagementsystems

Dieses Zertifikat bekommen Sie von Ihrem Zertifizierer (zum Beispiel vom TÜV Austria).

Formlose Erklärung der Geschäftsführung

z. B. bei Verfristung, KMU-Status, Nicht-Durchführung

OREA ID

Finden Sie in Ihren Unterlagen zur Online-Meldung des Energieaudits

Angabe Erfüllungsoptionen Energieaudit

Zum Beispiel für Energieaudit, Mischsystem, Bagatellschwelle oder Anwendung der 90%-Regel im Gruppenverbund.

Sie haben das erforderliche Dokument nach Abschluss des Energieaudits von SEMPACT unterschrieben zugeschickt bekommen (als PDF und in ausgedruckter Form).

Gesamtenergieverbrauch der letzten 3 Jahre

Diese Information finden Sie in Ihrem Auditbericht von SEMPACT.

Abwärme Infos für Unternehmen > 7,5 GWh Gesamtenergieverbrauch

Sie finden diese Informationen in Ihren Abwärmebewertungen von SEMPACT oder haben Ihre Abwärme selbst ermittelt.

Wie und Wo werden die Informationen an das BAFA übertragen?

Wenn Ihr Unternehmen vom BAFA für eine Stichprobenkontrolle ausgewählt wird, bekommen Sie ein formelles Anschreiben mit Passwort und individueller Kennung. Diese benötigen Sie, um Ihre Daten und ausgefüllten Formulare im BAFA-Portal einzutragen. Auf dem Portal finden Sie eine geführte Maske, in die Sie alle oben genannten Informationen eintragen bzw. hochladen können. Für diesen Vorgang brauchen Sie, wenn alle Daten vorhanden sind, ca. 45 Minuten. Wenn Sie alle Daten eingereicht haben, bekommen Sie eine Eingangsbestätigung an die hinterlegte E-Mail-Adresse. Über Art und Zeitraum der Rückmeldung ist im Moment noch nichts bekannt.

Wie kann SEMPACT mein Unternehmen unterstützen?

SEMPACT kann mit Expertise und Knowhow beim Prozess unterstützen. Bitte denken Sie daran uns rechtzeitig zu kontaktieren, da die Abgabefrist von 4 Wochen auch für uns sportlich ist.

Quelle:

Ihr Experte für BAFA Anfragen
Ihr Experte für Abwärme

Stefan Braunmüller, B.Eng.

Energieeffizienzcoach

Fon: +49 8191 657088-14

Schulungen nach Maß

Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen sind wesentliche Fähigkeiten, um Ziele zu verfolgen, Anforderungen zu bewältigen, Handlungsspielräume zu erweitern und Abläufe zielgerichtet zu gestalten. Das Know-how gehört zu den wertvollsten Gütern Ihres Unternehmens, denn es macht Ihr Unternehmen einzigartig und verleiht ihm einen hohen wirtschaftlichen Wert.

Der Besuch von Seminaren, Veranstaltungen und Kursen bietet Ihren Mitarbeiter(inne)n einen wichtigen Blick über den Tellerrand des Unternehmens hinaus. Durch den Kontakt zu Mitarbeiter(inne)n anderer Unternehmen und durch den Input externer Referent(inn)en können neue Impulse für die eigene Arbeit aufgenommen werden. Er bietet die Möglichkeit, eigene Arbeitsweisen zu überdenken und neue Methoden kennenzulernen. Gut ausgebildete Angestellte arbeiten glücklicher und motivierter, weil entsprechendes Training den Frust und die Sorgen am Arbeitsplatz vermindert. Außerdem mobilisieren Schulungen die Mitarbeiter(inne)n, weil sie dazu befähigt werden, ihr Rolle und Bedeutung innerhalb des Unternehmens zu verstehen.

Unser Angebot

Wenn es um die wirksame Umsetzung von Managementsystem-Vorgaben geht, sind immer mehrere Mitarbeiter oder ganze Abteilungen betroffen.

Die Erwartungshaltung der Führungskräfte dabei ist, dass Mitarbeiter(innen) ihr Handeln so optimieren, dass das gewünschte Ziel möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreicht wird.

Die Erwartungshaltung der Mitarbeiter(innen) an die Führungskräfte ist, dass diese ihnen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen, die ein effektives Arbeiten ermöglichen und damit das Unternehmen seinen Zielen näherbringt.

Unsere Referent(inn)en werden immer wieder gefragt, wie andere Unternehmen „das“ machen. Jede Antwort, die wir darauf geben würden, würde zu einem „Ja, aber …“ führen, was zeigt, dass jedes Unternehmen in seinem ganz individuellen Umfeld (seinem eigenen Mikrokosmos) zurechtkommen muss. Dabei sind Vergleiche meist kontraproduktiv. Also gilt es, die eigene Antwort auf die Fragestellungen zu finden und Ver-ANTWORT-ung zu übernehmen.

Dabei begleiten wir Sie, mit unserem Know-how, unseren Kompetenzen und unseren Erfahrungen.

Wir erarbeiten Workshops, Seminare und Lehrgänge zu allen Beratungsthemen, die wir leisten, und schneidern diese auf Ihre Problemstellungen, Herausforderungen und Ihren Mikrokosmos zu. Wir binden Ihre Prozesse, Systemstrukturen, Ihren Technologiestand und Ihre Unternehmens­kultur mit ein. Ihre Mitarbeiter(innen) und Führungskräfte bleiben in ihrem gewohnten Arbeits­umfeld, womit der Praxisbezug der Inhouse-Schulung deutlich höher ist als bei einer externen Qualifizierungs­veranstaltung. 

Diese Fragen sollten Sie beantworten

Damit Ihre Schulung erfolgreich wird, empfehlen wir, dass Sie sich im Vorfeld zu den aufgeführten 4 Punkten Gedanken machen.

  1. Zielgruppe und Zielgrößen
    Was wünschen sich die Auftraggeber der Inhouse-Schulung? Warum wünschen Sie sich die Inhouse-Schulung? Wer sind die Teilnehmer(innen) der Schulung? Was wünschen sich die Teilnehmer(innen)? Was muss das Schulungsergebnis alles können? Wozu soll das Ergebnis dienen? Was genau machen die Teilnehmer(innen) mit dem Ergebnis? Was muss das Ergebnis unbedingt können, was muss es nicht können?
    Eine Beispielproblemstellung kann sein: Die Mitarbeiter(innen) der Einkaufsabteilung sollen Kriterien des Energie- und Umweltmanagements in ihre Geschäftsabläufe einbinden.
    Ein s.m.a.r.t.e.s. Ziel kann sein: Erarbeiten Sie gemeinsam mit den Mitarbeiter(innen) der Einkaufs­abteilung die beschaffungsrelevanten Energie- und Umweltkriterien und aktualisieren Sie entsprechend den Kernprozess der Beschaffung.
     
  2. Anwender
    Wer soll das Ergebnis (be-)nutzen? Wer profitiert davon?
    Ein Beispielanwender kann der Führungskreis sein: Durch die Substitution von Gefahrstoffen bzw. Verringerung von Gefährdungsklassen verringert sich das Ausmaß der Umwelt­aus­wirkungen im Falle eines Störfalls/Unfalls.
     
  3. Tabus/Nonchange
    Was möchten die Teilnehmer(innen) auf jeden Fall vermeiden? Was soll unbedingt erhalten bleiben?
    Ein Beispiel für ein Tabu kann sein, dass schlechte Erfahrungen von vorhergehenden Workshops mit anderen Experten wiederholt werden. Unantastbar kann das hohe eigenverantwortliche Arbeiten der Einkaufsabteilung sein.
     
  4. Budgetrahmen
    Wie viel Zeit darf die Inhouse-Schulung in Anspruch nehmen? Welches Schulungsformat ist vorgesehen? Sind Kleingruppenarbeiten vorgesehen? In welchen Räumen findet die Schulung statt? Wie ist die Teilnehmerversorgung organisiert? Welches Material wird benötigt? Was bekommen die Teilnehmer(innen) an die Hand?
    Grob geschätzt lässt sich sagen, dass ab einer Mindestteilnehmerzahl von 5 eine Inhouse-Schulung kostengünstiger ist als Einzelanmeldungen bei öffentlichen Schulungsangeboten.
    Planen Sie Tagessätze zu den Veranstaltungstagen doppelt als Vorbereitungszeit für den/die Referenten/in und vergessen Sie nicht die Reiseaufwendungen des/der Referenten/in.

Gern stehen wir an Ihrer Seite bei der Beantwortung der o. g. Fragestellungen und führen Sie behutsam durch die Themen und Probleme, die auf Sie zukommen in Zusammenhang mit der Schulungs­planung.

Die SEMPACT-Akademie arbeitet ausschließlich mit Referenten und Trainern zusammen, die ihre Berufserfahrung und Expertisen in breiten Einsatzfeldern der Industrie und Filialisten ganz unterschiedlicher Branchen erworben haben. Einige von ihnen haben neben ihrer beruflichen Qualifikation als Ingenieur Trainer- und Cochingausbildungen absolviert, so dass sie in die Lage versetzt sind, Gruppendynamiken zielorientiert zu steuern.

Mögliche Inhouse-Schulungen der SEMPACT-Akademie

  • DIN EN ISO 14001, 45001, 50001 und ihre Anforderungen für das Unternehmen
  • Verantwortung der Führungskräfte im Rahmen von Managementsystemen
  • Auditoren für Managementsysteme
  • Workshops strategische Nachhaltigkeit
  • Kennzahlen und Einflussgrößen
  • Verfahrens- und Prozessoptimierung
  • Lastenheft und Anbieterauswahl für Energiemonitoring
  • Wie geht weisungsloses Führen?
  • Retrospektiven
  • KickOff-Veranstaltungen zu Managementsystemen (zum Beispiel Einführung ISO 50001)
  • CSRD und ESRS – Einführung mit Nutzung vorhandener Strukturen (zum Beispiel Managementsysteme)

Aus dem Werkzeugkoffer für Energie-manager:innen – Retrospektive Tool: Die drei Schweinchen

Geschäftsprozesse, Meetings und Projekte oder die Arbeit des Energieteams regelmäßig unter die Lupe nehmen

Retrospektiven sind eine beliebte Methode, um sich sortiert über das Miteinander im Team auszutauschen. Bisweilen aber ist es sinnvoll, das Treffen noch klarer auszurichten. Dann hilft diese Struktur bei der Evaluierung der Zusammenarbeit.

Im Gespräch mit unseren Kunden hören wir oft, dass der Kalender aus immer mehr Meetings besteht. Gerade im vergangenen Jahr, durch viel Arbeit im Homeoffice, scheint sich diese „Meeting-Flut“ noch verschlimmert zu haben. Nicht selten wird diese Entwicklung begleitet von dem Gefühl, dass die Zusammenkünfte ineffizient sind – oder gar „reine Zeitverschwendung“. Das ist sicher bisweilen verständlich. Gut ist es aber nicht.

Denn eines haben die vielen Meetings in der Regel gemeinsam: Sie fördern – zumindest bestenfalls – den Wissens- und Informationsaustausch, klären Fragen und schaffen Beziehung zwischen den Teilnehmenden. Und diese Foren für Selbstreflexion und Lernen sind gerade in Zeiten, in denen die weltweite Menge an Wissen förmlich explodiert und die Komplexität unserer Arbeitswelt stetig steigt, unabdingbar.

Deshalb sind gerade Meetings mit unterschiedlichen Formen des Feedbacks wichtig, um erfolgreich zu sein: Sie befeuern das effiziente gemeinsame Lernen und Weiterentwickeln nach dem Motto „Lernen, Umsetzen und Bewerten“.

Eine Retrospektive ist weder ein „Laber-Meeting“ noch ein „Blame Game“: Belangloses Geplänkel hat dort ebenso wenig Platz wie ein Feilschen um Verantwortlichkeiten und nachträgliche Schuldzuweisungen. 

Retrospektiven bieten Gelegenheit, um außerhalb der täglichen Routine über vergangene Ereignisse und Verhaltensweisen nachzudenken, und so im Team zu lernen und besser zusammenzuarbeiten.

Die „Drei Schweinchen“-Methode ist eine kreative und amüsante Art der Retrospektive, mit der Teams ungezwungen über Prozesse mit Konflikt- oder Ermüdungspotenzial sprechen können. Und Humor kann nicht schaden, um die Motivation der beteiligten zu erhöhen. Die Methode unterstützt darin, im Team ungezwungen über Veränderungen und Verbesserungen von Prozessen in Bezug auf Projekte oder interne Teamprozesse zu sprechen, um diese stabiler und solider zu machen.

Die Drei-Schweinchen-Methode

  • Zeitrahmen: 30 bis 60 Minuten – je nach Gruppengröße
  • Präsenz-Ausstattung: Metaplanwand, Post-Its, Stift und Klebepunkte oder Online-Ausstattung: virtuelles Whiteboard, digitales Voting-Tool
  • Gruppengröße: optimal zehn bis zwölf Personen
     

Vorbereitungen

Zur Vorbereitung auf die Retrospektive braucht es ein Chart (online oder analog).
Auf dieses Chart malen Sie eine Tabelle mit vier Spalten. 
Diese werden beschriftet mit:

Haus aus StrohHaus aus HolzHaus aus SteinUnsere bösen Wölfe

Wer sehr kreativ ist, kann natürlich auch Häuser aus Stroh, Holz und Stein malen und so das Chart noch ansprechender gestalten. 

Außerdem braucht es Post-its und Stifte für jeden Teilnehmenden bzw. in der digitalen Version ein virtuelles Whiteboard, auf das alle zugreifen können. 

Für die Durchführung benötigen Sie ca. 30 bis 60 Minuten, je nach Teamgröße.

Zur Einstimmung

Um die Methode möglichst amüsant und kreativ zu gestalten, erzählt die Moderatorin bzw. der Moderator zur Einführung der Methode die Geschichte der drei Schweinchen. Die Geschichte kann die Haltung und Erwartung der Teilnehmenden im Sinne einer Leichtigkeit in der Auseinandersetzung erhöhen. Sie finden Sie im Internet.

Stroh
Holz
Stein
boese-woelfe

Kurz zusammengefasst schickt die Schweinchen-Mutter ihre drei Schweinchen in die weite Welt hinaus und ermahnt ihre Schützlinge, sich vor dem bösen Wolf in Acht zu nehmen und sich dafür schützende Häuser zu bauen. Das erste Schweinchen baut eines aus Stroh, das zweite eines aus Holz und das dritte eines aus Stein. Eines Tages kommt der Wolf und versucht bei jedem der Schweinchen ins Haus einzudringen. Alle drei lassen ihn nicht hinein, allerdings reicht beim ersten wie auch beim zweiten Schweinchen ein Pusten, Husten und Stampfen, um das jeweilige Haus zum Einsturz zu bringen. Glücklicherweise hat das dritte Schweinchen sein Haus aus Stein gebaut, und die anderen beiden schaffen es, dorthin zu fliehen und somit den Wolf in die Flucht zu schlagen. Je nach Erzähltalent kann man die Geschichte natürlich kreativ verändern oder ausschmücken. 

Zum Aufbau

Nach dieser kurzen, amüsanten Einstimmung folgt die Erklärung der drei Spalten auf der Metaplanwand bzw. dem virtuellen Whiteboard.

Haus aus StrohHaus aus Holz Haus aus SteinUnsere bösen Wölfe
Hier werden Prozesse oder Aspekte eines Projektes eingetragen, die vorübergehende Lösungen oder Prototypen darstellen.Hier stehen Prozesse und Projektabschnitte, die aktuell sehr vertrauenswürdig und zuverlässig sind.Hier werden Prozesse und Projektteile eingetragen, die äußerst zuverlässig sind. Hier werden Hindernisse und Fallstricke erfasst, die im Projekt aufgekommen sind bzw. nochmals auftreten könnten, festgehalten.
Diese müssen aus Sicht der Teilnehmenden unbedingt überarbeitet werden.Gleichzeitig können diese aus Sicht der Teammitglieder verbessert werden, um beispielsweise die Performance des Teams zu steigern oder effizienter bzw. effektiver zu arbeiten.Diese müssen aktuell nicht verändert werden, da sie effizient sind und von allen verstanden werden.
Oftmals sind das auch Prozesse, die durchaus zu einem bestimmten Zeitpunkt als sinnvoll erschienen und auch hilfreich waren. Aktuell werden diese aber als nicht mehr langfristig wirksam oder sogar risikobehaftet bewertet und brauchen deshalb ein sofortiges Handeln und Veränderung durch das Team.Diese Prozesse charakterisiert auch, dass eine Veränderung dieser in der Hand des Teams liegt.

Zum Ablauf

Nach Beschreibung der Methode erhalten nun alle Teammitglieder zehn Minuten Zeit, um einzeln über die jeweiligen Team- oder Projektprozesse und deren Einordnung nachzudenken. Diese werden dann von jedem Teilnehmenden auf Post-Its bzw. direkt auf dem virtuellen Whiteboard festgehalten. Anschließend bringen die Teammitglieder ihre Punkte in den jeweiligen Spalten an und beschreiben kurz im Plenum, was mit dem jeweiligen Prozessaspekt gemeint ist. Durch das gemeinsame Anbringen und kurze Erklären der Post-Its werden Doppelungen vermieden.

Für die Spalten „Haus aus Stroh“ und „Haus aus Holz“ wird anschließend gevotet (in Präsenz mit Klebepunkten, virtuell mit Icons bzw. einem digitalen Voting Tool):

  • An welchen ein bis zwei Aspekten soll innerhalb der nächsten Wochen gearbeitet werden?
    • Wichtig ist hierbei, dass alle gleichzeitig abstimmen können, um Ankereffekte zu vermeiden.
    • Nach dem Voting werden Handlungsvorschläge sowie Verantwortliche diskutiert und festgehalten. Wichtige Fragen könnten hierzu sein: 
  • Was könnten wir tun, um aus diesem Prozess ein „Haus aus Stein“ zu machen? 
    • Was liegt bei der Veränderung dieses Prozesses in unserer Hand?
    • In Bezug auf die Spalte „Haus aus Stein“ wird zu jedem aufgeführten Punkt jeweils ein wichtiges Learning visualisiert. Hier hilft möglicherweise die Frage 
  • Was macht diese Prozesse so stark?

Viel Erfolg beim Hausbau!

Ich beantworte Ihre Anfrage

Dipl.-Ing. (FH) Ramona Lütcherath

EHS-Coach und -Auditorin

Fon: +49 8191 657088-11

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