Wandel! Stetig! Immer!

Wie kein Jahr zuvor hat uns 2020 gezeigt, dass „normal“ nicht länger tragbar ist. Spätestens jetzt hat jeder von uns verstanden, dass der Klimawandel einen solidarischen Umgang miteinander und einen nachhaltigen Umgang von gemeinsamen Ressourcen (Stichwort Toilettenpapier) erfordert. Ein Wandel in den Köpfen, dem Denken und auch Handeln der Menschen, der Mitarbeitenden, der Entscheider hat stattgefunden und wird auch weiterhin stattfinden.

Der Zukunftsforscher Matthias Horx formuliert in seinem Forschungsbericht, dass die Corona-Krise den Wertewandel sogar noch beschleunigt hat. Wörtlich schreibt er: „Durch die Erfahrung der Verletzlichkeit zivilisatorischer Prozesse, die viele Menschen tief empfunden haben, wird die eigentliche Krise unserer Epoche sichtbarer.“ (Horx, 2020) Weiter beschreibt er, dass die Krise erhitzte wirtschaftliche Systeme wie Kreuzfahrten, die Fleischproduktion und auch die Automobilbranche dazu zwingt, dauerhaft und nachhaltig zu innovieren.

Viele große Unternehmen wie IKEA oder Procter&Gamble haben sich nun mit dem Thema CO2-Bilanzierung intensiver auseinandergesetzt. Ein Thema, mit dem sich auch der deutsche Mittelstand beschäftigt.

Interessant ist auch der Begriff „blaue Ökologie“, darunter verstehen die Forscher des Zukunftsinstituts eine Ökologie, die „Technologie, Natur und menschliche Bedürfnisse innovativ zu einem intelligenten System verknüpft“ (Horx, 2020). Ein zuversichtlicher Ansatz, der uns die Fülle der Möglichkeiten auf unserem gemeinsamen Weg in die Zukunft aufzeigt. Bei SEMPACT ist die positive und systemische Haltung mit Einbezug der Umwelt seit der Gründung Teil unserer Unternehmensphilosophie. Um dieser nun eine Struktur zu verleihen und uns gezielt mit ähnlich ausgerichteten Unternehmen auszutauschen, sind wir Mitte 2020 dem Gemeinwohl-Ökonomie Verein Bayern e. V. beigetreten.

Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung (GWÖ) schlägt einen Rahmen für ein alternatives Bilanzierungs- und Wirtschaftsmodell vor, bei welchem nicht die reine Geldvermehrung, sondern auch ethische und soziale Werte als Maßstab einbezogen werden. Derzeit durchlaufen wir bei SEMPACT einen intensiven Prozess, eine Gemeinwohl-Bilanz nach diesen Richtlinien zu erstellen. Ziel der GWÖ-Bilanz ist es, Aufschluss über Verbesserungspotenziale zu geben und die Bilanz nach Abschluss zu veröffentlichen. Wenn man so möchte, eine echte Alternative zu einem CSR-Bericht.

Nachhaltigkeit und der effiziente Umgang mit Ressourcen gehört zur täglichen Arbeit mit unseren Kunden, aber plötzlich werden wir durch die Auseinandersetzung mit der GWÖ-Bilanz auch auf die alltäglichen Dinge in unserem Unternehmen aufmerksam gemacht. So zum Beispiel die Auswahl eines neuen Dienstfahrzeugs für Mitarbeiter. Momentan tauschen wir uns darüber aus, ob die klassische Variante des „Leasings“ sich mit unserer Unternehmensphilosophie deckt. Oder ob andere Methoden wie Carpooling, Carsharing oder vielleicht einfach „den Zug nehmen“ mögliche Alternativen sind. Des Weiteren sind wir auf der Suche nach einem „nachhaltigen“ Papier für unseren Office-Drucker. Aber was ist das denn, nachhaltiges Papier? Aus welchen Fasern wird es gewonnen, wo wachsen diese, wie werden sie verarbeitet und auf welches Label kann man sich verlassen? Wie weit gehen wir bei der Lieferkette, um unserem eigenen Anspruch gerecht zu werden?

Eine anspruchsvolle und spannende Auseinandersetzung hat bei uns begonnen und wird uns in Zukunft begleiten. Da wir momentan noch mitten im Prozess sind, können wir Stand heute zu vielen Fragen noch keine Antworten liefern. Aber wir setzen uns aktiv mit dem Wandel unseres Unternehmens und seiner Umwelt auseinander, proaktiv und einen Schritt voraus. Zielsetzung von SEMPACT ist dabei selbstverständlich die Gemeinwohl-Bilanz inklusive Bericht als Gradmesser und als verlässliches und transparentes Kommunikationsmedium nach innen sowie außen. Ausschlaggebender für uns sind jedoch die Konflikte, Potenziale und Ziele, die wir durch den Prozess aufdecken und erarbeiten. Bereits jetzt merken wir, wie bereichernd und gewinnbringend eine intensive Auseinandersetzung mit den Grundwerten der Bilanz ist. Mit Spannung blicken wir daher auf die kommenden Monate und freuen uns darauf, Sie in den kommenden Newslettern auf unserem Weg mitzunehmen.

Wenn Sie sich darüber austauschen möchten, setzen Sie sich gerne mit unserem Kollegen Daniel Bogner-Haslbeck in Verbindung oder besuchen Sie auch die Webseite des Vereins: https://web.ecogood.org/de/