Gebäudeenergiegesetz tritt am 01.11.2020 in Kraft

Heizungspumpen in Heizkreisverteiler

Was lange währt wird endlich gut, oder auch nicht.

Nachdem die Politik bereits im März 2016 die ersten Anläufe unternahm, um die bisherigen Regelwerke EnEG (Energieeinsparungsgesetz), EnEV (Energieeinsparverordnung) und EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) zusammenzuführen haben nach mehr als vier Jahren Bundesrat und Bundestag das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Mit der Veröffentlichung heute im Bundesanzeiger tritt es am 01. November dieses Jahres in Kraft.

Große Neuerungen im Sinne strengerer Anforderungen an die Energieeffizienz von Anlagen und Gebäuden sind trotz, oder wegen, der langen Zeit nicht herausgekommen.

 

Was bleibt gleich für Nichtwohngebäude?

  1. Die Anforderungen an den Primärenergiebedarf und die Gebäudehülle bleiben auf dem Niveau der EnEV 2016
  2. Die Ausnahme von der Nutzung erneuerbarer Energien bei Nichtwohngebäuden mit Raumhöhen größer 4 m mit dezentralen Strahlungs- oder Gebläseheizungen bleibt erhalten.
  3. Heizkessel (4-400 kW), die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden, ausgenommen Niedertemperatur- und Brennwertgeräte.
  4. Für die Dämmung von Heizungsrohrleitungen wird weiter die Dämmstärke in Zentimetern vorgegeben
  5. Klimaanlagen mit mehr als 12 kW Kälteleistung müssen alle 10 Jahre energetisch inspiziert werden, aber eine aktive Nachweispflicht durch den Betreiber gegenüber der Landesbehörde gibt es weiterhin nicht.
  6. Bei Verstößen gegen Vorschriften des GEG drohen Bußgelder bis zu einer Höhe von 50.000 EUR.

 

Was ändert sich für Nichtwohngebäude?

  1. Bei der Ausstellungsberechtigung für Energieausweise wird künftig nicht mehr zwischen Wohn- und Nichtwohngebäude unterschieden. Somit dürfen auch Handwerker und staatlich anerkannte Techniker mit einer entsprechenden Fortbildung im Bereich DIN V 18599 diese Energieausweise erstellen.
  2. Die Pflicht zur Energetischen Inspektion von Klimaanlagen entfällt, wenn die Anlagen an eine Gebäudeautomation mit Energiemonitoring und Effizienzüberwachung angeschlossen sind.
  3. Ab 10 vergleichbaren Klimaanlagen zwischen 12 und 70 kW Kälteleistung kann die Energetische Inspektion auch im Stichprobenverfahren (jede zehnte Anlage) vorgenommen werden.
  4. Pflicht zur Vorlage einer sog. Erfüllungserklärung, in der der Bauherr der zuständigen Landesbehörde versichert, die Vorgaben des GEG eingehalten zu haben.
  5. Die Anrechnung von eigenerzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien zur Reduzierung des rechnerischen Primärenergiebedarfs wird in gewissen Grenzen vereinfacht. (bis zu 200 kWh/a je kWp installierter Nennleistung)
  6. Einbauverbot für Öl-Heizungen ab 1.1.2026
  7. Beim Einsatz von Wärmepumpen gelten Mindestvorgaben für die Jahresarbeitszahl einer elektrischen Wärmepumpe gem. DIN 18599-5 Anhang C.1.
  8. Klima- und Lüftungsanlagen müssen künftig so ausgelegt sein, dass die spezifische Leistungsaufnahme der Ventilatoren den Grenzwert der Kategorie SFP-4 [specific fan power; SFP-4 = 1250–2000 W/(m³/s)] nicht überschreitet.
  9. Als Ersatzmaßnahme zur geforderten Nutzung Erneuerbarer Energien reicht es künftig aus, die Grenzwerte für die Gebäudehülle um 15 % statt bisher 20 % zu unterschreiten.

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    Autor: Johannes Barnbacher