Finaler Leitfaden der BNetzA

Endlich ist es so weit – die Bundesnetzagentur hat mehr als ein Jahr nach ihrem Entwurf mit dem kürzlich veröffentlichten finalen Leitfaden zum Messen und Schätzen das Dokument publiziert, welches von vielen Unternehmen schon sehnsüchtig erwartet wurde.

Aus den gesetzlichen Regelungen zum Messen und Schätzen von Stromverbräuchen gemäß §§ 62a und 62b EEG 2017 sollen hierin praktische Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen abgeleitet werden. Verpflichtete Unternehmen haben stets die Wahl, in geeigneten Fällen von den mehr als 20 Möglichkeiten der Vereinfachung Gebrauch zu machen, oder ihre EEG-Umlagepflichten ohne Vereinfachungen erfüllen.

Insbesondere das Kapitel 2 "Zurechnung geringfügiger Drittverbräuche" sollte aufmerksam gelesen und beachtet werden. Die Geringfügigkeitsschwelle ist mit "typischer Weise etwa 3.500 kWh/a" noch immer unscharf definiert.

 

Whitelist

Bei allen Verbrauchsgeräten, deren maximale Leistungsaufnahme im Dauerbetrieb 0,4 kW nicht überschreitet darf von "Geringfügigkeit" ausgegangen werden, und dieser Stromverbrauch darf dem eigenen Verbrauch zugerechnet werden. Als Beispiele werden hier in der Whitelist u.a. Handys, Laptops, Monitore, (kleine) Kühlschränke und Brandmelder aufgeführt. Auch gängige Multifunktions-Drucker/Kopierer, die von mehreren Personen genutzt werden, werden als geringfügige Verbraucher betrachtet.

Ebenfalls als geringfügig eingestuft werden können Verbaucher/Verbräuche, die nur kurzzeitig aktiv sind. Hier wird z. B. der zeitweilige Stromverbrauch eines Reinigungsdienstes (Staubsauger) oder zeitweise tätiger Handwerker genannt.

 

Blacklist

Auf der Blacklist hingegen finden sich gewerbliche und industrielle Maschinen wieder. Auch der Stromverbrauch eines extern betriebenen Server-PCs muss als Drittverbraucher betrachtet werden.

Dürfen Ihre Mitarbeiter auf dem Firmengelände ihr privates Elektro-Auto aufladen, so ist auch dies als Drittverbrauch bei der Bilanzierung in Abzug zu bringen. Stellen Sie dem Mitarbeiter jedoch ein Elektro-Auto als Dienstwagen zur Verfügung, dann handelt es sich bei dem Ladestrom um einen "gewöhnlichen Stromverbrauch des Unternehmens".

Für weitere Detailfragen lesen Sie den Leitfaden oder fragen Sie die Energieeffizienz-Experten von Sempact.

Wir stehen Ihnen bei der Erstellung eines Messkonzeptes sehr gerne unterstützend zur Seite.