BEHG - Brennstoffemissionshandelsgesetz

Seit 2005 werden die Emissionen von Industrie und Stromerzeugung in Deutschland bereits größtenteils im europäischen Emissionshandel (EU-ETS) erfasst. Für die Emissionen, die nicht von den Betreibern emittiert werden, fehlte in Deutschland bislang ein finanzieller Anreiz zur Emissionsminderung. Dieser soll nun mit der Einführung des neuen Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) geschaffen werden. Theoretisch müssten sich lediglich die Brennstoffhändler als sog. Inverkehrbringer (Händler) mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) beschäftigen. Tatsächlich hat es aber finanzielle Auswirkungen für alle Verbraucher von Brenn- und Heizstoffen, denn die Händler werden die Mehrkosten an ihre Abnehmer weitergeben.

Preise für CO2-Zertifikate

Mit welchen Kosten ist nun konkret zu rechnen? Für jede Tonne CO2-Ausstoß, die ein Händler indirekt durch den Verkauf von fossilen Brennstoffen in Umlauf bringt, muss dieser ab 1. Januar 2021 Emissionszertifikate zum Preis von 25 € pro Tonne CO2-Ausstoß kaufen. Bis zum Jahr 2026 steigen die Preise für die CO2-Zertifikate auf bis zu 65 € pro Tonne. Diese Kosten werden so gut wie alle Händler an die Verbraucher weitergeben, egal ob gewerblich oder privat. So können wir davon ausgehen, dass die Kosten für Brenn- und Heizstoffe in den nächsten Jahren deutlich teurer werden.

Auswirkungen der Corona Pandemie

Ursprünglich war geplant, mit den Einnahmen aus dem BEHG die EEG-Umlage anteilig zu reduzieren. Doch durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Strom deutlich zurückgegangen. Deshalb hat der Bund entschieden, die EEG-Umlage 2021 auf 6,5 ct/kWh und 2022 auf 6 ct/kWh zu begrenzen.

Emissionsfaktoren im BEHG noch nicht festgelegt

Die Standard-CO2-Emissionsfaktoren wurden im BEHG nicht festgelegt und müssen noch per Verordnung definiert werden. Es ist davon auszugehen, dass die Werte sich an den aktuellen Emissionsfaktoren des Bundesumweltamtes orientieren.Festgelegt wurde hingegen, was als Brennstoff im Sinne des BEHG zählt. Neben klassischen Stoffen wie Kohle, Erdgas, Heizöl, Diesel und Benzin finden sich auch Biodiesel und sämtliche Pflanzenöle auf der Liste, sofern diese als Heiz- oder Kraftstoff verwendet werden. Lediglich Brennholz, Holzpellets und Holzkohle sind explizit ausgenommen.  

Eine Beispielberechnung für das Jahr 2021

Um eine Berechnungsgrundlage zu schaffen, haben wir die Emissionsfaktoren, die das BAFA für Energieaudits vorgibt, zugrunde gelegt. Bei dieser Berechnung verteuert sich die kWh Erdgas 2021 um 0,5 ct, der Liter Benzin um knapp 6 ct pro Liter und Heizöl um 7 ct pro Liter. Flaschengas (für Gabelstapler o.ä.) wird um mehr als 8 ct/kg teurer werden.

 

Die obenstehende Tabelle zeigt die zu erwartenden Mehrkosten pro Mengeneinheit. Der Referenzwert ist hierbei immer das Jahr 2020.

Als Beispiel: 2021 wird Erdgas durch die CO2-Abgabe um 0,5 ct/kWh teurer im Vergleich zu 2020. Bei 1 Mio. kWh Erdgasverbrauch entspricht das einer zusätzlichen Kostenbelastung von 5.000 € im Jahr 2021. Bei einem angenommenen Erdgaseinkaufspreis von 3 ct /kWh müssten Sie eine Einsparung von 167.000 kWh Erdgas pro Jahr erreichen, um die Preissteigerung zu kompensieren – eine Herausforderung, bei der wir Sie gerne unterstützen. Sprechen Sie uns an, um gemeinsam Ihren Energieeinkauf zu optimieren und den Energieverbrauch zu reduzieren.