Wir reden bei der Energieeffizienz auch immer von Gewinn

Im Interview mit dem Instandhaltungsmagazin „i-Quadrat“ spricht Thomas Schedl über den Einfluss der Geschäftsführung und der Instandhaltungsmitarbeiter auf den Erfolg oder Misserfolg von Energiemanagement und Energieeffizienz.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 2.2016 oder hier:

Ich beantworte Ihre Anfrage

Dipl.-Ing. Thomas Schedl

Vorstand
Tel: +49 8191 657088-0
Mobil: +49 174 1815851
thomas.schedl(at)sempact.de

Der Sommer wird heiß und der Winter auch …

Vertrocknete Blume als Folge des Klimawandels. Das GEG soll helfen, fossile Energieträger bei Heizungen durch erneuerbare Energien auszutauschen.

… zumindest dann, wenn Sie eine richtig dimensionierte und funktionsfähige Heizungsanlage haben.

Das neue Gebäude-Energien-Gesetz, kurz GEG, umgangssprachlich gern als Heizungsgesetz betitelt, wurde viel und hitzig in den Medien diskutiert. Kurz zusammengefasst – Heizungen mit fossilen Energieträgern sollen durch erneuerbare Energien ausgetauscht werden. Diese Pflicht verschiebt sich, wenn in der Kommune noch keine Wärmeplanung vorliegt.

Passend für alle, die hier aktiv werden müssen, hat die KfW und das BAFA das Förderprogramm aktualisiert. Neben dem Neubau von KfW-Effizienzhäusern und der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus sind auch Einzelmaßnahmen in gewerblichen Bestandsgebäuden eingeschlossen.

Auch Maßnahmen zur Erneuerung und/oder Optimierung der Wärmeerzeugung, -verteilung und –speicherung sind mit dem GEG der BAFA förderfähig.



Das Programm bietet zinsgünstige Darlehen ab 0,01 % bis zu einer Höhe von 10 Mio. EUR bei einer Laufzeit von 5 bzw. 10 Jahren. Für die Sanierung von kompletten Gebäuden wird zusätzlich je nach erreichtem Effizienzstandard ein Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 20 % gewährt.

Einzelmaßnahmen sind nur über das BAFA förderfähig. Dafür betragen die Fördersätze zwischen 10 % und 40 %.
Bei den genannten Einzelmaßnahmen sind neben der Gebäudedämmung und dem Einbau von energiesparenden Fenstern, Türen und Toren auch Maßnahmen zur Erneuerung und/oder Optimierung der Wärmeerzeugung, -verteilung und –speicherung förderfähig.

Welche Maßnahmen sind in diesem Rahmen möglich?

  • Im Bereich der Wärmeerzeugung ist das z. B. der Einbau Wärmepumpe oder die Errichtung eines Fernwärmeanschlusses.
  • Heizungsoptimierung wie z. B. Hocheffizienzpumpen und Heizungssteuerung
  • Im Bereich der Gebäudehülle können Fenster-, Dach- und Fassadensanierungen gefördert werden.
  • Auch sog. „Anlagentechnik außer Heizung“ sind förderfähig. Dazu zählen beispielsweise Lüftungsanlagen, Kälteanlagen und Beleuchtungstechnik.
  • Bei allen wasserführenden Systemen ist zusätzlich die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs zwingende Voraussetzung für die Förderung der Maßnahmen.

Sprechen Sie uns an, wenn es um die bedarfsgerechte und herstellerunabhängige Auslegung und Planung Ihrer Heizungsanlage geht.

Weiterführende Informationen zur Bundesförderung für effiziente Gebäude finden Sie auch auf der Website der KfW.


Ich beantworte Ihre Anfrage

Dipl.-Ing. (FH) Johannes Barnbacher

Prokurist, Energieeffizienzcoach
Tel: +49 8191 657088-15
Mobil: +49 172 4864155
johannes.barnbacher(at)sempact.de

Das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) – Was hat das mit meinem Unternehmen zu tun?

Blick in die Zukunft des neuen Energieeffizienzgesetz (EnEfG)

Das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) ist am 18. November 2023 in Kraft getreten. Mit dem neuen Gesetz möchte die deutsche Bundesregierung den Energieverbrauch dauerhaft senken. Angedacht ist eine Senkung um ca. ein Viertel bis 2030 im Vergleich zu 2008. Energieeinsparungen und die Steigerung der Energieeffizienz leisten einen Beitrag zur Erreichung der EU-Klimaziele.


Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wurde am 21.09.23 sowohl das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) im Bundestag beschlossen als auch Änderungen im Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G).

Die Änderungen fokussieren einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie. So soll zum aktiven Klimaschutz aufgefordert und der Erhalt unserer Lebensgrundlage sichergestellt werden. Zudem soll Deutschland als Wirtschaftsstandort attraktiv und zukunftsorientiert bleiben. 
Daraus ergeben sich neue Anforderungen für die öffentliche Hand und für Unternehmen. Hierzu einige Schlagworte.

  • Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
  • Verschärfung der Energie- oder Umweltmanagementpflicht
  • Vermeidung und Verwendung von Abwärme
  • Erstellung und Veröffentlichung von Umsetzungsplänen für alle als wirtschaftlich identifizierte Maßnahmen
  • Klimaneutrale Rechenzentren

Wir haben im Folgenden die Anforderung anhand des Gesamtenergieverbrauchs¹ gegliedert. Also werfen Sie doch einen Blick auf den Gesamtenergieverbrauch Ihres Unternehmens und finden Sie heraus, was zu tun ist.

Ihr Unternehmen hat weniger als 2,5 GWh Gesamtenergieverbrauch?

Jackpot! Sie dürfen sich freiwillig mit Energieeffizienz und einem ressourcenschonenden Umgang mit Energie auseinandersetzen. 
Wenn Ihr Unternehmen aber nicht als KMU gilt, sollten Sie trotzdem sicherstellen, dass Sie Ihre Energieauditpflicht nach EDL-G § 8 erfüllen. Wenn Sie ein Energieaudit nach der DIN EN 16247-1 durchführen müssen, so gilt ab Inkrafttreten des Gesetzes die neue Fassung der DIN EN 16247-1².

Aufgrund der Komplexität der Herausforderungen fällt es kleinen Unternehmen oft schwer, individuelle Ansatzpunkte für Klimarisikomanagement zu identifizieren und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Deshalb empfehlen wir ein strategisches Vorgehen. 

Ihr Unternehmen hat mehr als 2,5 GWh Gesamtenergieverbrauch pro Jahr?

Die Abwärme Ihres Unternehmens muss genau bewertet und auf den technisch unvermeidbaren Anteil reduziert werden.

Dann sind Sie von folgenden Anforderungen des Gesetzes betroffen:

1. Sie werden dazu verpflichtet konkret durchführbare Umsetzungspläne für Energieeinsparmaßnahmen zu erstellen und zu veröffentlichen.

Das betrifft Maßnahmen aus Energie- oder Umweltmanagementsystemen oder Energieaudits, die gemäß DIN EN 17463 (VALERI) als wirtschaftlich identifiziert wurden.

Wirtschaftlich bedeutet in diesem Kontext, dass die Maßnahme nach 50 % der Nutzungsdauer einen positiven Kapitalwert hat, wobei die Nutzungsdauer auf max. 15 Jahre begrenzt wird.

Die Umsetzungspläne sind von Zertifizierern, Umweltgutachtern oder Energieauditoren zu bestätigen.

2. Fokus auf die Abwärme!

Es ist an der Zeit, die Abwärme Ihres Unternehmens genauer zu bewerten, denn sie muss auf den technisch unvermeidbaren Anteil reduziert werden.

Der Ablauf ist wohlbekannt:

  • Step 1: Abwärme vermeiden;
  • Step 2: Abwärme reduzieren,
  • Step 3: Abwärme wiederverwenden.

Dabei gilt es auch über den Tellerrand hinauszublicken. Bei der Wiederverwendung der Abwärme sind beispielsweise auch externe Dritte außerhalb des Betriebsgeländes in Betracht zu ziehen.

3. Die Bundesstelle für Energieeffizienz will über das Abwärmepotenzial Ihres Unternehmens Bescheid wissen.

Die Informationen zur Abwärme Ihres Unternehmens sind daher meldepflichtig, immer bis zum 31. März des Folgejahres. Das betrifft unter anderem die Wärmemenge, die zeitliche Verfügbarkeit, das Temperaturniveau etc.

Eine Ausnahme von dieser Meldepflicht gibt es nur für klimaneutrale Unternehmen. Was genau „klimaneutrales Unternehmen“ bedeutet, wie „klimaneutral“ definiert und überprüft wird – daran wird noch gearbeitet. Dazu wird eine Rechtsvorschrift ausgearbeitet.

Ihr Unternehmen hat mehr als 7,5 GWh Gesamtenergieverbrauch pro Jahr?

Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001

Dann müssen Sie ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einführen und betreiben. Wobei sich Energiemanagementsystem auf die DIN ISO 50001 und Umweltmanagementsystem auf EMAS bezieht. Dafür haben Sie ab Inkrafttreten des Gesetzes 20 Monate Zeit. – also genau bis zum 18. Juli 2025.

Wichtig! Die ISO 14001 gilt NICHT als Erfüllung der Anforderung nach dem EnEfG. 


Wir empfehlen bereits jetzt aktiv zu werden. Die Einführung eines Managementsystems betrifft alle Geschäftsprozesse, vor allem auch die Führung des Unternehmens. Ein Prozess, der zeitliche und personelle Ressourcen bindet. Unser Expertenteam von SEMPACT unterstützt Sie gerne bei der strategischen Einführung und begleitet Sie bei Umsetzung der Normen. Zusätzlich bieten wir über unsere Akademie Kurse an, die es Ihrem Team ermöglichen, die Anforderungen selbstständig anzuwenden.  

Was passiert, wenn Ihr Unternehmen die Anforderungen aus dem EnEfG nicht umsetzen?

Eine Nicht-Erfüllung der Anforderungen bedeutet eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Einstufung der Schwere werden Bußgelder von bis zu 100.000 € erhoben. Viel relevanter ist aber, dass es keine Alternative gibt, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Ihre Kunden werden Klimaverantwortung zunehmend fordern.

Vorteile einer Klimastrategie

Obwohl das Themenfeld komplex und noch nicht konkret ist, hilft es Unternehmen, die Dekarbonisierung nicht als Bedrohung, sondern vor allem als Wachstumschance zu sehen. Ein strategisches Vorgehen hilft, Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Richten Sie Ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten Schritt für Schritt auf die Erreichung Ihrer individuellen Klimaziele aus, um Vorteile für Ihr Unternehmen zu erarbeiten und zukunftsfähig zu Wirtschaften.  

  • Wettbewerbsfähigkeit 
    • Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen buchen nach Zahlen des Umweltbundesamtes ein stetiges Wachstum. Im Wettbewerb um Kunden haben solche Angebote immer mehr Durchsetzungsvorteile.
  • Lieferketten 
    • Immer mehr Großkunden und Konzerne fordern von Ihren Zulieferern Nachweise zu nachhaltiger Produktion. Unternehmen, die sich strategisch aufstellen, haben Vorteile gegenüber (ausländischen) Wettbewerbern. Hinzu kommt das Lieferkettengesetz, das bereits jetzt den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Lieferkette fordert. 
  • Personal- und Nachfolgethemen 
    • Es wird zunehmend schwieriger, gute Fachkräfte zu finden und zu halten. Jüngere Generationen sehen aktiven Klimaschutz zunehmend als Argument, sich für ein Unternehmen zu entscheiden und dort zu bleiben. 
  • Unternehmerische Risiken 
    • Betriebliche Investitionen in Klimaschutz minimieren allgemeine unternehmerische Risiken und beeinflussen das Image nachhaltig positiv. 

Fußnoten

¹ Gesamtenergieverbrauch = Summe über alle Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme, Diesel etc.) im Mittel der letzten 3 Jahre

² Nach DIN EN 16247-1 November 2022. Bisher wurde nach der DIN EN 16247-1 Oktober 2012 auditiert.

Quellen

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Antonia Meichelböck, M. Eng.

Energieeffizienzcoach
Tel: +49 8191 657088-14
Mobil: +49 162 6915221
antonia.meichelboeck(at)sempact.de

Klimaverantwortung und CO2-Ausgleich: Unsere Sichtweise bei SEMPACT

Wir stehen vor der großen Herausforderung, die Folgen des globalen Klimawandels gemeinsam zu händeln. Als Unternehmen haben wir dabei die Aufgabe, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken und unvermeidbare Emissionen auszugleichen. Wir sehen einen langfristigen Erfolg in der Senkung des Energiebedarfs und bei der Umsetzung von nachhaltigen Klimaschutzmaßnahmen. Um unserer eigenen Klimaverantwortung gerecht zu werden, leiten wir aus unserer CO2-Bilanz unsere individuellen Ziele ab.

Ziele

Im Jahr 2022 hatten wir uns die folgenden drei Ziele gesetzt:

  • Wir wollen unsere Gesamtfahrleistung mit unseren Firmenwägen auf dem Niveau von 2021 halten (keine Mehr-Kilometer).
  • Wir wollen unseren Anteil an Fahrten mit der Bahn / öffentlichen Verkehrsmitteln steigern.
  • Wir wollen 25 % der Emissionen aus dem Jahr 2022 durch ein Ausgleichsprojekt kompensieren.

Hier möchten wir darüber berichten, wie es Stand heute um diese Ziele steht und wie unser weiterer Fahrplan aussieht.

Im Bereich „Reduktion“ haben wir uns zu Beginn des Jahres 2022 das Ziel gesetzt, im Jahr 2022 das Niveau der Gesamt-Fahrzeug-Kilometer unserer Firmenwägen auf dem Niveau von 2021 zu halten. Dieses Ziel haben wir zu 95 % erreicht. Unseren Anteil von Dienstfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Verhältnis zu Pkw-Fahrten konnten wir gegenüber dem Vorjahr um 1 % steigern. Das Jahr 2021 war bei uns noch geprägt von einem deutlich erhöhten Anteil an digitalen Kundenterminen sowie internen Besprechungen, zeitweise Kurzarbeit und somit einem insgesamt reduzierten Reiseaufwand. Unsere Zielverfehlung um 5 % ist daher in erster Linie auf ein deutlich erhöhtes Reiseaufkommen zurückzuführen. Dies soll jedoch keine Entschuldigung oder Ausrede darstellen. Denn unserem Planeten hilft nur eine absolute Reduktion unserer Klimaauswirkungen.

Wir wollen unseren Fokus künftig weiter schärfen und unsere Dienstreisen, soweit erforderlich, vermehrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen. Hierfür haben wir seit Beginn 2023 eine quartalsweise Betrachtung unserer Fahrleistungen und Emissionen in unsere Teammeetings integriert. Mitte 2023 haben wir festgestellt, dass wir im ersten Halbjahr 2023 erneut eine 5-prozentige Steigerung der Gesamt-Pkw-Kilometer (im Vergleich zum Jahr 2022) zu verzeichnen haben. Wir dürfen uns hier also an der eigenen Nase packen und bei der Vereinbarung von vor-Ort-Terminen das ein oder andere Mal noch kritischer hinterfragen, ob wir diese Termine logistisch nicht klima-optimierter gestalten können. Hierzu wollen wir bis zum nächsten Bericht einen Transformationsfahrplan entwickeln.

Kompensation

Das Thema CO2-Kompensation ist in vieler Munde. Im Laufe der vergangenen Monate und Jahre gab es immer wieder mediale Aufmerksamkeit um einzelne Projekte, Firmen oder Anbieter. Häufig war dabei jede Menge Greenwashing im Spiel, also viel grüner Anstrich ohne tatsächliche Wirkung. Nicht nur deshalb haben wir uns kritisch nach seriösen Projekten umgeschaut, mithilfe derer wir tatsächlich dem Klima dienen können.

Relativ schnell war für uns klar, dass wir uns vorrangig nach möglichst regionalen Projekten umschauen wollen. Damit sind CO2-Ausgleichsprojekte wie Waldpflanzungen oder die Installation von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im globalen Süden für uns vorerst ausgeschieden. Grund hierfür ist vor allem unsere Auffassung, dass wir wieder vermehrt in lokalen Kreisläufen denken und wirtschaften sollten. Denn beim CO2-Ausgleich geht es uns nicht nur um die Treibhausgase (denn für das globale Klima wäre es relativ unerheblich, ob diese in Mitteleuropa, Südostasien oder Lateinamerika ausgeglichen werden). Es geht uns um einen erweiterten Blick auf das Thema: Welchen weiteren Mehrwert kann eine „CO2-Kompensation“ leisten? Welchen Beitrag zur Biodiversität und Sozialem kann ein Projekt leisten? Wie können wir innerhalb unserer Grenzen wirtschaften?

Wir haben zahlreiche Anbieter bzw. Projekte verglichen. So haben wir uns unterschiedliche Geschäftsmodelle angesehen, von der Naturverjüngung, Verurwaldung und Agroforstsystemen über die Wiedervernässung von Mooren, der Ermöglichung von Seegrasflächen, dem Pflanzen von Feldhecken und Streuobstwiesen, dem Humusaufbau in der Landwirtschaft bis hin zur Herstellung von Biokohle. Einzelne Projekte warben mit ökologischen Zusatznutzen wie der Kühlung der Region, der Reinigung von Trinkwasser oder der Steigerung der Regenwurmdichte und Bodengesundheit. Zahlreiche Anbieter arbeiten mit unterschiedlichen Instituten und Hochschulen bzw. Universitäten zusammen, da die Bindung von CO2 noch ein großes Forschungsfeld ist.

Die Kosten pro kompensierter Tonne CO2 schwankten je nach Projektart von 25 €/Tonne bis hin zu 527 €/Tonne. Hierbei sind wir stark ins Denken und Diskutieren gekommen: Wie können wir die Effektivität der Projekte in Bezug auf Kosten und CO2-Bindung beurteilen und vergleichen? Welcher Preis für eine Tonne CO2-Ausstoß ist angemessen? Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt in seiner Methodenkonvention 3.1 zur Ermittlung von Umweltkosten für im Jahr 2022 emittierte Treibhausgase einen Kostensatz von 237 Euro pro Tonne CO2 zu verwenden, insofern die Wohlfahrt der heutigen Generation höher gewichtet wird als die Wohlfahrt künftiger Generationen. Bei Sempact halten wir diese Sichtweise für unzureichend, da es kein klima-gerechtes, enkel-taugliches Modell ist, wenn wir unser Leben höher gewichten als das künftige Leben. Bei einer Gleichgewichtung klimawandelverursachter Wohlfahrtseinbußen heutiger und zukünftiger Generationen empfiehlt das UBA einen Kostensatz von 809 Euro pro Tonne CO2 für das Jahr 2022. Die Diskussion, wie wir mit diesen empfohlenen, realen Kosten durch Folgenschäden durch den Ausstoß von Treibhausgasen umgehen wollen, ist noch nicht zu Ende geführt. Für unser erstes Kompensationsprojekt greifen wir nicht auf die empfohlenen Kostensätze des UBA zurück, sondern orientieren uns an den vorgeschlagenen Preisen für den Emissionsausgleich durch die einzelnen Anbieter. Wir möchten das Gespräch über CO2-Preise und -kosten immer wieder aufgreifen, gerne auch gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten, um das Bewusstsein unserer Auswirkungen zu reflektieren.

Hände halten eine Kugel
Jede hilft mit, die Kugel der Nachhaltigkeit ins Rollen zu bringen und ans Ziel zu führen.

Schrittweise möchten wir unsere Kompensation der bislang nicht vermeidbaren Emissionen um 25 Prozent pro Jahr erhöhen. Wir haben im Jahr 2023 begonnen und 25 Prozent unserer Emissionen von 2022 ausgeglichen.

  • 2022 25%
  • 2023 50%
  • 2024 75%
  • 2025 100%

Für den Ausgleich für das Jahr 2022 haben wir uns dazu entschieden, regionalen Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit in der Landwirtschaft zu unterstützen. Hierfür haben wir 7,5 Tonnen CO2 (25 % unserer Scope 1-3 Emissionen) bei CarboCert unter der Verwendung der ISO-Norm 14064-2 ausgeglichen. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da wir zahlreiche der recherchierten und angefragten Projekte gerne unterstützt hätten.

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, 100 % unserer Emissionen direkt auszugleichen, da dies unserem Grundsatz aus Vermeiden, dann Reduzieren und im letzten Schritt Kompensieren, widersprechen würde. Eine vollständige Kompensation von Emissionen würde zudem unseren Ansporn senken, aktiv die eigenen Emissionen zu verringern.

Wir werden Anfang 2024 erneut Bilanz ziehen, inwieweit wir unser „Reduktions- bzw. Stagnationsziel“ erreicht haben und welch(e) Ziel(e) wir uns für die Folgejahre vornehmen.

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Daniel Bogner-Haslbeck, MBE

Energieeffizienzcoach
Fon: +49 8191 657 088-17
Mobil: +49 172 58 14 539
daniel.bogner-haslbeck(at)sempact.de

Antonia Meichelböck
im Interview

Energie ist seit Menschengedenken immer schon das Thema Nummer 1 das es zu lösen gibt. Dabei ist es sehr wichtig, dass Energie für die Unternehmen und privaten Haushalte kontinuierlich zur Verfügung steht und bezahlbar bleibt. In unserem Beitrag betrachten wir die Herausforderungen von Unternehmen. Die drastischen Anstiege der Preise für Energieträger wie z.B. Heizöl, Gas, Strom und Kohle machen es aktuell allen Unternehmen schwer, ihre Energiekosten einzupreisen und an den Verbraucher weiterzugeben – eine Herausforderung.

Die Betrachtung regenerativer Energien wie Wärme, Wasser, Strom, Wind, Solarthermie und Photovoltaik, um nur einige zu nennen, ist dabei sehr wichtig. Dadurch verringerte CO2-Emissionen bergen ein beträchtliches Einsparpotenzial. Gerade das Zusammenspiel verschiedener Energieträger, neuer Technologien und Effizienzmaßnahmen und dann noch gesetzliche Vorgaben stellt die Unternehmen vor die Herausforderung den Überblick zu behalten und im Vorfeld die möglichen Maßnahmen zu bewerten oder eine zukunftsfähige Strategie zum Energie- und CO2-Sparen zu entwickeln.

Genau hier beginnt das Aufgabenfeld eines Energieberaters. Die Aufgabe ist zuerst eine Analyse des Verbrauchs und der Verbraucher durchzuführen. Das Thema Energie stand in manchen Unternehmen nicht zu sehr im Fokus. In den meisten Unternehmen werden die Strom-, Wasser- und Gaszähler herangezogen, um den Bedarf zu ermitteln. Um ein Unternehmen umfassend zu beraten sind aber deutlich mehr Daten notwendig.

Interview mit Antonia Meichelböck – Energieeffizienzcoach bei der SEMPACT AG:

1. Wenn Sie im ersten Gespräch mit einem neuen Kunden sind, auf welche Erwartungen treffen Sie am häufigsten?

Das ist schwer pauschal zu beantworten, da jeder Kunde andere Erwartungen hat. Sowohl die Unternehmensgröße als auch der Entwicklungsstand ist bei jedem Kunden unterschiedlich. Große Unternehmen haben sich meist bereits mit dem Thema Energieverbrauch befasst und auseinandergesetzt – kleine Unternehmen und Mittelständler sind oft noch sehr auf die Produktion fokussiert und befassen sich jetzt erst mit Potenzialen in Gebäudeinfrastruktur und Versorgungsprozessen und haben hier Beratungsbedarf. Grundsätzlich ist es die Erwartungshaltung, mit möglichst wenig Investition viel Energieeinsparung zu erzielen. Bei sogenannten „Low-hanging-fruits“ ist es relativ einfach umsetzbar, den Energieverbrauch durch einfache Maßnahmen zu optimieren. Je nach Entwicklungsstand der Unternehmen erhöhen sich auch die Investitionen, denn je mehr Potenziale die Unternehmen schon gehoben haben, umso kostenintensiver wird es – wenn zum Beispiel Maschinen ausgetauscht, Prozesse verknüpft oder ganze Anlagen erneuert werden müssen. Diese Umsetzung kann nur funktionieren, wenn die reine Betrachtungsweise von einem möglichst hohen Return of Investment (ROI) geändert wird, indem man weitere Faktoren miteinbezieht und langfristiger denkt.

Welche Erwartungen betreffen Sie in Ihrer Beratungstätigkeit direkt?

Unsere Kunden erwarten in erster Linie Ideen und eine wirtschaftliche Bewertung ihrer Potenziale. Dabei sind ihnen unsere Empfehlungen als auch Einschätzungen der zukünftigen Entwicklung wichtig. Wir unterstützen unsere Kunden im gesamten Prozess, indem wir die Umsetzung der Maßnahmen begleiten, Angebote für sie einholen und Fördermöglichkeiten berücksichtigen. Hier stehen wir ausschließlich auf Seite der Kunden, da wir anbieterunabhängig sind. Somit können wir eine erfolgreiche Projektentwicklung sicherstellen und festgesteckte Ziele erreichen.

2. Was sind die häufigsten Missstände, die in Unternehmen bei Ihren Analysen auffallen?

Grundsätzlich ist es wenig zielführend, nicht das gesamte System und nur die einzelnen Bereiche als unabhängige Prozesse zu betrachten. Bei Analysen wird oft klar, dass sich einzelne Bereiche gut verknüpfen lassen ( z.B. Wärmerückgewinnung bei Druckluft, um das Heizsystem zu unterstützen). Die reine ROI-Bewertung ist, wie vorhin schon erwähnt, nicht auf energetische Maßnahmen anzuwenden. Vor allem wenn es um größere Maßnahmen geht, ist er das falsche Instrument. Energetische Maß-nahmen rechnen sich oft nach längerer Zeit, daher gibt der ROI oft einen falschen Blick auf die Maßnahme. Besser ist es mit einem dynamischen Kapitalwert zu rechnen, der auf längere Sicht aussagekräftiger ist. Außerdem ist eine rein wirtschaftliche Bewertung zu eindimensional. Themen wie CO2-Emission, Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, Mitarbeiterbefinden und weitere Umweltauswirkungen werden außer Acht gelassen. Authentizität benötigt ernsthafte Investments anstatt CO2-Kompensation. Bei vielen Maßnahmen können außerdem Förderungen beantragt werden, deren großer Umfang vielen Unternehmen nicht bewusst ist.

3. Welche Veränderungen und Einsparungen haben die Umwelt-Managementsysteme
DIN ISO 50001 und EMAS auf die Unternehmen, welche nachhaltigen Effekte sehen Sie in diesen Unternehmen?

Grundsätzlich ist es wenig zielführend, nicht das gesamte System und nur die einzelnen Bereiche als unabhängige Prozesse zu betrachten. Bei Analysen wird oft klar, dass sich einzelne Bereiche gut verknüpfen lassen ( z.B. Wärmerückgewinnung bei Druckluft, um das Heizsystem zu unterstützen). Die reine ROI-Bewertung ist, wie vorhin schon erwähnt, nicht auf energetische Maßnahmen anzuwenden. Vor allem wenn es um größere Maßnahmen geht, ist er das falsche Instrument. Energetische Maß-nahmen rechnen sich oft nach längerer Zeit, daher gibt der ROI oft einen falschen Blick auf die Maßnahme. Besser ist es mit einem dynamischen Kapitalwert zu rechnen, der auf längere Sicht aussagekräftiger ist. Außerdem ist eine rein wirtschaftliche Bewertung zu eindimensional. Themen wie CO2-Emission, Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, Mitarbeiterbefinden und weitere Umweltauswirkungen werden außer Acht gelassen. Authentizität benötigt ernsthafte Investments anstatt CO2-Kompensation. Bei vielen Maßnahmen können außerdem Förderungen beantragt werden, deren großer Umfang vielen Unternehmen nicht bewusst ist.

4. In welcher Technologie sehen Sie Ihrer
Meinung nach das größte Einsparpotenzial
für die Zukunft?

Das muss im Einzelnen betrachtet und kann nicht pauschal beantwortet werden. Regenerative Alternativen zur Wärmeversorgung ergeben Einsparpotenziale im Sinne der CO2-Emission – die zukünftig als mindestens genauso notwendig betrachtet werden muss, wie der wirtschaftliche Aspekt. Hier wird auch durch Automatisierung und Digitalisierung ein hohes Einsparpotenzial möglich sein. Ein offener Austausch und der Wegfall von Konkurrenzgedanken zwischen Unternehmen könnte Einsparpotenziale und Innovationen beschleunigen. Zum Beispiel wenn ein Unternehmen die Abwärme eines anderen nutzen kann. Wenn Wissen geteilt wird oder auch der Fuhrpark. Örtlich vernetzte PV-Anlagen haben auch hohe Potenziale. Der Cloud-Gedanke sollte nicht nur digital, sondern auch in der Praxis umgesetzt werden. Das größte Einsparpotenzial liegt meiner Meinung nach, wie vorhin schon erwähnt, darin, aufzuhören rein wirtschaftlich zu bewerten und andere Faktoren miteinzubeziehen. Momentan kommen so viele Technologien auf den Markt, dass es falsch wäre, sich auf eine festzulegen.

5. Nach einer ersten Analyse und Bestandsaufnahme eines Unternehmens bis zur erfolgreichen Umsetzung ist es ein langer Weg. Welchen Zeitraum müssen Unternehmen realistisch einplanen?

Das ist individuell abhängig von den umzusetzenden Maßnahmen. Wir bei SEMPACT bieten unseren Kunden die komplette Bandbreite an. Von der einzelnen Einsparmaßnahme bis zur kompletten Transformation zum klimapositiven Unternehmen. Dabei zählt jeder Schritt. Um wirklich etwas zu verändern, benötigen alle Beteiligten Zeit zur ganzheitlichen Betrachtung und Planung von Maßnahmen. Aus Erfahrung sind schnelle Maßnahmen jedoch nicht die wirkungsvollsten.
Wir wollen an die Ursache ran und nicht gegen Symptome ankämpfen.

6. Bei fast allen Unternehmen wird Energie in Wärme umgewandelt und fast ungenutzt ins Freie abgeleitet, welche Möglichkeit stehen hier Kunden zur Verfügung?

Zuerst einmal muss abgefragt werden, ob das Unternehmen die Wärme anderweitig gebrauchen könnte. Wie kann zum Beispiel die Wärme gebündelt werden? Eine Möglichkeit wäre hier, statt dezentrale Luftkühler eine zentrale Wasserkühlung an Maschinen (z.B. Spritzgussmaschinen) anzubinden und somit die Abwärme nicht in Umgebungsluft abzugeben, sondern in ein zentrales Netz einzuspeisen. Die ausgekoppelte Wärme könnte kann somit zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Und gleichzeitig würde der Energiebedarf für die Klimatisierung reduziert.

7. Stichwort: Kälte aus Wärme?

Dazu brauch es eine Grundvoraussetzung: Die Wärme muss kostenlos zu Verfügung stehen (Abfallprodukt, Restwärme, Abwärme) und nicht extra dafür erzeugt werden. Das wäre absolut ineffizient, da immer ein Wärmeverlust durch die Umwandlung entsteht. Wenn Wärme also kostenlos zur Verfügung steht und nicht anderweitig eingesetzt werden kann, wie bei Ihrer letzten Frage erläutert, dann kann über Kälteerzeugung nachgedacht werden. Für diesen Prozess gibt es Adsorptions- und Absorptionskältemaschinen. Diese benötigen unterschiedliche Temperaturniveaus und haben unterschiedliche Investitionskosten. Grundsätzlich muss das Temperaturniveau aber sehr hoch sein. (Absorption ab ca. 85 °C / Adsorption ab ca. 65°). Der Einsatz dieser Maschinen muss gut kalkuliert werden und ist vor allem abhängig von den Betriebsstunden der Wärmeverfügbarkeit und vom Temperaturniveau des Kältebedarfs, da die Maschinen im Verhältnis zu normalen Kältemaschinen deutlich teurer sind. Alles in allem müssen viele Kriterien erfüllt sein, dass sich der Einsatz rechnet. Hier ist es wieder wesentlich, bewusst das gesamte System zu betrachten und nicht in einzelnen Prozessen zu denken.

8. Ein abschließender Gedanke?

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es uns als Beratern wichtig ist, dem Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und zu agieren, die Prozesse im Unternehmen genau zu analysieren und spezifische und individuelle Lösungen zu erarbeiten. Um langfristig effizient zu wirtschaften, müssen alle Systeme des Unternehmens miteinbezogen werden. Ein realistischer Erfolg der Maßnahmen ist auch immer davon abhängig, dass alle Beteiligten am selben Strang ziehen. Nur so kann Wandel ermöglicht werden.

Ihr Experte zu diesem Thema

Antonia Meichelböck, M. Eng.

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BAFA fördert
Ihre strategische
Planung zu
Treibhausgas-
neutralität

Treibhausgasneutralität im Unternehmen erfolgreich einzuführen und dabei die Mitarbeiter bestmöglich einzubinden, stellt vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor große Herausforderungen. SEMPACT nimmt sich dieser Aufgabe an und sorgt dafür, dass Ihr Weg zur Treibhausgasneutralität strategisch und wirtschaftlich sinnvoll an die Situation Ihres Unternehmens angepasst wird. Denn wenn Sie Lösungen zur Reduktion von C02 entwickeln, ergeben sich daraus neue Wachstumsmöglichkeiten und günstigere Risikoprofile. Die Kosten, die hierfür anfallen, werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA) mit bis zu 80.000 € gefördert.

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Ihr Experte zu diesem Thema

Daniel Bogner-Haslbeck, MBE

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