Autor: Laura Lopez Penelas

Unser Weg zum auditierten Gemeinwohl-Bericht

SEMPACT ist jetzt ein gemeinwohlbilanziertes Unternehmen mit externem Audit. Was bedeutet dies für uns, warum haben wir uns dafür entschieden und wie ist es abgelaufen? Wir möchten einen kurzen Einblick geben in unseren Weg der Gemeinwohl-Bilanzierung.

Schon seit Gründung der SEMPACT AG stand immer wieder die Fragestellung im Raum: Wie können wir unser Tun, das wir selbst als „nachhaltig“ beschreiben, in ein Framework packen, das auch Menschen außerhalb unseres Unternehmens einfach nachvollziehen können?

Uns ist wichtig, dass wir ein Teil einer „Community“ sind, denn wir denken, dass wir die Herausforderungen wie Klimawandel, Gleichstellung der Geschlechter oder einen ressourcenschonenden Einsatz von Energie nur in Gemeinschaft lösen können. Wir denken, dass kein einzelner Mensch und auch kein einzelnes Unternehmen genügend Wirksamkeit hat. Nur mit gemeinsamen Zielen erreichen wir einen Wandel, der dazu führt, dass nachfolgende Generationen komfortabel auf der Erde leben und arbeiten können.

Der Community-Gedanke lässt sich auch auf den Prozess der Gemeinwohl-Bilanzierung ins eigene Unternehmen übertragen. Zwar gab es einen Verantwortlichen (Daniel Bogner-Haslbeck), der den Bilanzierungsprozess geleitet hat, aber alle Mitarbeitenden hatten durch die Art des Prozesses die Möglichkeit, sich mit ihren Vorschlägen und Ideen einzubringen.

„Als wir mit der GWÖ bei SEMPACT gestartet haben, war mir nicht bewusst wie ressourcenintensiv die Bearbeitung ausfallen wird. Schließlich sind wir ein kleines Unternehmen.

Die GWÖ hat viele interne Fragestellungen aufgeworfen, die wir zuvor noch nicht oder nicht in dem Ausmaß diskutiert hatten. Die Diskussionen und die Erstellung der GWÖ-Bilanz haben wir sehr ernst genommen, nur so können wir den optimalen Nutzen aus diesem Prozess ziehen.

Teilweise war ich überrascht. Wir haben uns vor der GWÖ nicht wirklich mit unseren Lieferanten beschäftigt. Im Nachhinein frage ich mich, warum eigentlich nicht? Das Gespräch mit unserem Vermieter fand ich sehr spannend. Es war schön etwas über seine Geschichte und seine Art der Unternehmensführung zu erfahren.

Außerdem hatte ich beim Bearbeiten der Kapitel immer wieder den Gedanken „Ha, wie schön wir es doch bei SEMPACT haben.“ Zum einen betreffend unserer gelebten Arbeitsprozesse, zum anderen auch weil wir so offen und intensiv sprechen können. Es gibt Raum für Diskussionen und Raum für unterschiedliche Ansichten und Meinungen. Das genieße ich sehr.“

Antonia Meichelböck

Durch unseren integrierten Prozess haben wir die Blickwinkel aller Mitarbeitenden in unserer Unternehmensentwicklung einbringen können und Prozesse optimiert. Ein Beispiel dafür ist die Büromaterialbestellung. Hier haben wir uns verbessert: Von der unkoordinierten Bestellung „jeder bedient sich beim amerikanischen Riesen“ wann er oder sie es möchte zu einem abgestimmten Bestellprozess bei einem deutschen Anbieter, der Wert darauf legt Umwelt und Klima zu schonen. Eine Kleinigkeit? Ja klar, aber wir sind ja auch ein kleines Unternehmen und für uns zählt jeder Schritt. Entscheidend für uns ist, dass der Prozess unsere Mitarbeitenden motiviert hat, an der Zukunft des Unternehmens mitzuwirken. So konnten auch Missverständnisse und Missstände aufgedeckt werden und als Entwicklungspotenziale für unsere Zukunft definiert werden. Das war bei uns der Fall im Bereich der Mitarbeiter-Fort- und Weiterbildung. Vor allem die Mitarbeitenden in Teilzeit haben sich schwer getan, sich einzugestehen, dass auch für sie (und auch für SEMPACT) Fortbildungen gewinnbringend sind. Es ist nur eine Frage der Organisation, diese in den Alltag einzugliedern. Durch den GWÖ-Prozess konnten diese und andere Änderungen schnell und unkompliziert in unsere Arbeitsabläufe eingegliedert werden. Ein Vorteil, um zum einem als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, zum anderen um das Unternehmen selbst auch voranzubringen. Denn gut ausgebildete und sich einbringende Mitarbeiter helfen SEMPACT, sich positiv am Markt zu positionieren.

Bilanz als Instrument der Organisationsentwicklung

Das Thema Gemeinwohl lebt bei SEMPACT und darf sich Schritt für Schritt entfalten. Es ist Teil unseres Transformationsprozesses. Die Gemeinwohl-Bilanzierung als Bewertungsinstrument unserer Gemeinwohl-Orientierung stellt für uns eine wichtige Ausgangsbasis dar. Wir haben zahlreiche Verbesserungspotenziale und Ziele identifiziert und sind jetzt dabei, diese schrittweise umzusetzen. So dient uns die Bilanz als lebendiges Werkzeug für Organisationsentwicklung und ist Teil unseres kontinuierlichen Veränderungsprozesses.

Verbesserungspotenziale und Ziele

Ein Thema, welchem wir uns sehr intensiv widmen, sind Werte und Haltungen. Welche Werte verbinden uns im Unternehmen und wie leben wir diese Werte im geschäftlichen Alltag? Dazu haben wir Werte-Workshops ins Leben gerufen, in welchen wir individuelle Wertvorstellungen miteinander abgleichen. Ein anderes Ziel, welches wir uns im Rahmen der Gemeinwohl-Bilanzierung gesetzt haben, ist das Hinterfragen unseres Mobilitätskonzeptes. Hierunter fällt zum Beispiel die standardmäßige Laufzeit von circa drei Jahren beim Pkw-Leasing. Wir sind hier erste Schritte gegangen, indem wir anstelle von Neuwagen-Leasing auf Gebrauchtwagen-Finanzierung umgestiegen sind. Außerdem setzen wir vermehrt auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Zum Thema
Die Gemeinwohlmatrix

Ausblick

Schritt für Schritt widmen wir uns unseren identifizierten Potenzialen. Der Bilanzierungszeitraum der Gemeinwohl-Ökonomie ist auf zwei Jahre angelegt. Wir sind bereits heute dabei, Ideen und Informationen zu sammeln, was sich in den Jahren 2021/2022 gegenüber 2019/2020 bei SEMPACT verändert hat. Außerdem haben sich mehrere Kollegen bei SEMPACT selbst auf den Weg zum Gemeinwohlberater gemacht. Dadurch konnten wir das Thema Gemeinwohl für unsere eigene Bilanzierung in der Tiefe beleuchten. Zukünftig möchten wir auf diese Weise auch unsere Lerneffekte an andere Unternehmen weitergeben.

Sie haben Interesse an einem detaillierteren Einblick in einzelne Bereiche von SEMPACT rund um das Thema Gemeinwohl? Unter diesem Link können Sie unseren Gemeinwohlbericht abrufen. 

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Daniel Bogner-Haslbeck, MBE

Energieeffizienzcoach
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Mobil: +49 172 58 14 539
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Was wurde aus der Energieberatung Mittelstand?

Das Förderprogramm „Energieberatung Mittelstand“ für kleine oder mittlere Unternehmen, die nicht in den Genuss der besonderen Ausgleichsregelung (EEG) bzw. des Spitzenausgleichs (Stromsteuer, Energiesteuer) kommen, gibt es in diesem Wortlaut nicht mehr. An dessen Stelle ist das Energieaudit nach DIN EN 16247-1 getreten (BAFA Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme – Modul 1 – Energieaudit)

Im Wesentlichen bedeutet das, dass die Energieberatung Mittelstand nach der Vorgabe der DIN EN 16247-1 durchgeführt werden muss. Folgende Voraussetzungen müssen beachtet werden:

  • Energieberatung durch eine Person, die in der Energieeffizienz-Expertenliste in der Kategorie „Energieberatung für Nichtwohngebäude“ in der jeweiligen Kategorie gelistet ist.

Wie hoch ist die Förderung?

  • Für eine Energieberatung beträgt die Förderung 80 %, maximal 6.000 Euro
    (betrifft Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von über 10.000 Euro).

Ein Förderantrag für die Energieberatung Mittelstand, bzw. Modul 1 – Energieaudit kann übrigens alle 48 Monate gestellt werden. Sprich wer z. B. den Zuschussantrag für seine letzte Energieberatung vor dem 01.09.2019 erhalten hat, der darf heute bereits erneut die mit 80 % Zuschuss geförderte Energieberatung in Anspruch nehmen.

Wie läuft Antragstellung ab?

Wichtig: Die Beantragung des Zuschusses muss immer vor einer Auftragserteilung erfolgen. Im elektronischen Antragsverfahren auf der Homepage des BAFA sind neben allgemeinen Unternehmensangaben und Angaben zum Energieverbrauch auch Angaben zum Energieberater (dieser muss eine BAFA-Zulassungsnummer haben) und ein Kostenvoranschlag hochzuladen.

Auch der Verwendungsnachweis nach Durchführung der Energieberatung oder Umsetzungsbegleitung erfolgt komplett elektronisch.

Ein besonderer Vorteil für unsere Kunden: Im Rahmen der Energieberatung übernimmt SEMPACT die Antragstellung und Abwicklung für Sie, damit Sie schnell und sicher an Ihr Geld kommen.

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Dipl.-Ing. (FH) Johannes Barnbacher

Prokurist, Energieeffizienzcoach
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ISO 50003 bedeutet: Einsparungen konkret nachweisen

PDCA Zyklus der ISO 50001
Der PDCA Zyklus der ISO 50001

Was bedeutet das konkret für ihr Unternehmen und Ihre ISO 50001?

Die ISO 50003:2014 hat im Kern zum Gegenstand: dass Stellen, die Audits und Zertifizierungen von Energiemanagementsystemen anbieten, also akkreditierte Stellen, und damit indirekt über die Zertifizierung auch für Unternehmen, überprüfen müssen, ob sich die energetische Leistung verbessert hat.

„Bei der Auditierung von Energiemanagementsystemen gem. ISO 50001 wird ein deutlicher Fokus auf Leistungsverbesserung gefordert. Schon bei Erstaudits muss wie auch bei Betreuungs- und Rezertifizierungsaudits als Bedingung für eine Zertifizierung die kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung („energy performance“) nachgewiesen werden. Beim Audit durch die Zertifizierungsgesellschaft muss der Auditor Nachweise zur energiebezogenen Leistung sammeln und verifizieren. Nichtkonformitäten, die die Fähigkeit des Managementsystems beeinträchtigen, die beabsichtigten Ergebnisse zu erreichen (z. B. aufgrund fehlender Auditnachweise, dass eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung erreicht wurde), sind von der Zertifizierungsorganisation als Abweichung zu bewerten.“

In der Konsequenz bedeutet das für Ihr Unternehmen, dass Sie ohne Messungen und Kennzahlen eine Verbesserung der energetischen Leistung nicht nachweisen können.

ISO 50006 und ISO 50015 können dazu als methodische Leitfäden herangezogen werden.

Das unten stehende Bild zeigt die Erfordernisse bei der Energiedatenanalyse. Wesentlich ist dabei die Berücksichtigung von Einflussfaktoren, welche mit der Kennzahl korrelieren. Diese sind zu ermitteln und zusammen mit den Kennzahlen zu dokumentieren.

Erfordernisse bei der Energiedatenanalyse
Erfordernisse bei der Energiedatenanalyse

Auf diese Weise können Kennzahländerungen, welche nicht auf Effizienzsteigerung basieren, begründet werden. Und gerade dies erwartet der Auditor.

Von SEMPACT dürfen Sie sowohl die Erstellung von Lastenheften für Energiedatenerfassung und Software, als auch das empirische Entwickeln von Kennzahlen erwarten. Die SEMPACT-Akademie bietet dazu entsprechende Kurse an.

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Dipl.-Ing. Thomas Schedl

Vorstand
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Wir reden bei der Energieeffizienz auch immer von Gewinn

Im Interview mit dem Instandhaltungsmagazin „i-Quadrat“ spricht Thomas Schedl über den Einfluss der Geschäftsführung und der Instandhaltungsmitarbeiter auf den Erfolg oder Misserfolg von Energiemanagement und Energieeffizienz.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 2.2016 oder hier:

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Dipl.-Ing. Thomas Schedl

Vorstand
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Alles KMU oder was?

Junge Frau am PC in einer Produktionshalle

Aufgrund unserer vielfältigen Projekte rund um die Themen

  • Testierung von alternativen Energiemanagementsystemen (gem. SpaEfV)
  • Förderanträge (z. B. zur Förderung von Querschnittstechnologien)
  • Energieaudits (gem. Energiedienstleistungsgesetz)

werden wir oft mit der Frage konfrontiert, „Ist mein Unternehmen ein KMU?“
Um eines vorweg zu nehmen: Wenn im Energierecht von KMU die Rede ist, dann ist immer die KMU-Definition nach der Kommission der Europäischen Union gemeint, die sich zum Teil deutlich von den Definitionen nach Deutschem Handelsgesetzbuch (HGB) oder nach dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn unterscheidet.

Um die KMU-Frage final beantworten zu können, haben wir eine auf Energie- und Unternehmensrecht spezialisierte Anwaltskanzlei um Stellungnahme dazu gebeten. Das Ergebnis wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

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Dipl.-Ing. (FH) Johannes Barnbacher

Prokurist, Energieeffizienzcoach
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Der Sommer wird heiß und der Winter auch …

Vertrocknete Blume als Folge des Klimawandels. Das GEG soll helfen, fossile Energieträger bei Heizungen durch erneuerbare Energien auszutauschen.

… zumindest dann, wenn Sie eine richtig dimensionierte und funktionsfähige Heizungsanlage haben.

Das neue Gebäude-Energien-Gesetz, kurz GEG, umgangssprachlich gern als Heizungsgesetz betitelt, wurde viel und hitzig in den Medien diskutiert. Kurz zusammengefasst – Heizungen mit fossilen Energieträgern sollen durch erneuerbare Energien ausgetauscht werden. Diese Pflicht verschiebt sich, wenn in der Kommune noch keine Wärmeplanung vorliegt.

Passend für alle, die hier aktiv werden müssen, hat die KfW und das BAFA das Förderprogramm aktualisiert. Neben dem Neubau von KfW-Effizienzhäusern und der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus sind auch Einzelmaßnahmen in gewerblichen Bestandsgebäuden eingeschlossen.

Auch Maßnahmen zur Erneuerung und/oder Optimierung der Wärmeerzeugung, -verteilung und –speicherung sind mit dem GEG der BAFA förderfähig.



Das Programm bietet zinsgünstige Darlehen ab 0,01 % bis zu einer Höhe von 10 Mio. EUR bei einer Laufzeit von 5 bzw. 10 Jahren. Für die Sanierung von kompletten Gebäuden wird zusätzlich je nach erreichtem Effizienzstandard ein Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 20 % gewährt.

Einzelmaßnahmen sind nur über das BAFA förderfähig. Dafür betragen die Fördersätze zwischen 10 % und 40 %.
Bei den genannten Einzelmaßnahmen sind neben der Gebäudedämmung und dem Einbau von energiesparenden Fenstern, Türen und Toren auch Maßnahmen zur Erneuerung und/oder Optimierung der Wärmeerzeugung, -verteilung und –speicherung förderfähig.

Welche Maßnahmen sind in diesem Rahmen möglich?

  • Im Bereich der Wärmeerzeugung ist das z. B. der Einbau Wärmepumpe oder die Errichtung eines Fernwärmeanschlusses.
  • Heizungsoptimierung wie z. B. Hocheffizienzpumpen und Heizungssteuerung
  • Im Bereich der Gebäudehülle können Fenster-, Dach- und Fassadensanierungen gefördert werden.
  • Auch sog. „Anlagentechnik außer Heizung“ sind förderfähig. Dazu zählen beispielsweise Lüftungsanlagen, Kälteanlagen und Beleuchtungstechnik.
  • Bei allen wasserführenden Systemen ist zusätzlich die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs zwingende Voraussetzung für die Förderung der Maßnahmen.

Sprechen Sie uns an, wenn es um die bedarfsgerechte und herstellerunabhängige Auslegung und Planung Ihrer Heizungsanlage geht.

Weiterführende Informationen zur Bundesförderung für effiziente Gebäude finden Sie auch auf der Website der KfW.


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Dipl.-Ing. (FH) Johannes Barnbacher

Prokurist, Energieeffizienzcoach
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Das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) – Was hat das mit meinem Unternehmen zu tun?

Blick in die Zukunft des neuen Energieeffizienzgesetz (EnEfG)

Das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) ist am 18. November 2023 in Kraft getreten. Mit dem neuen Gesetz möchte die deutsche Bundesregierung den Energieverbrauch dauerhaft senken. Angedacht ist eine Senkung um ca. ein Viertel bis 2030 im Vergleich zu 2008. Energieeinsparungen und die Steigerung der Energieeffizienz leisten einen Beitrag zur Erreichung der EU-Klimaziele.


Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wurde am 21.09.23 sowohl das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) im Bundestag beschlossen als auch Änderungen im Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G).

Die Änderungen fokussieren einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie. So soll zum aktiven Klimaschutz aufgefordert und der Erhalt unserer Lebensgrundlage sichergestellt werden. Zudem soll Deutschland als Wirtschaftsstandort attraktiv und zukunftsorientiert bleiben. 
Daraus ergeben sich neue Anforderungen für die öffentliche Hand und für Unternehmen. Hierzu einige Schlagworte.

  • Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
  • Verschärfung der Energie- oder Umweltmanagementpflicht
  • Vermeidung und Verwendung von Abwärme
  • Erstellung und Veröffentlichung von Umsetzungsplänen für alle als wirtschaftlich identifizierte Maßnahmen
  • Klimaneutrale Rechenzentren

Wir haben im Folgenden die Anforderung anhand des Gesamtenergieverbrauchs¹ gegliedert. Also werfen Sie doch einen Blick auf den Gesamtenergieverbrauch Ihres Unternehmens und finden Sie heraus, was zu tun ist.

Ihr Unternehmen hat weniger als 2,5 GWh Gesamtenergieverbrauch?

Jackpot! Sie dürfen sich freiwillig mit Energieeffizienz und einem ressourcenschonenden Umgang mit Energie auseinandersetzen. 
Wenn Ihr Unternehmen aber nicht als KMU gilt, sollten Sie trotzdem sicherstellen, dass Sie Ihre Energieauditpflicht nach EDL-G § 8 erfüllen. Wenn Sie ein Energieaudit nach der DIN EN 16247-1 durchführen müssen, so gilt ab Inkrafttreten des Gesetzes die neue Fassung der DIN EN 16247-1².

Aufgrund der Komplexität der Herausforderungen fällt es kleinen Unternehmen oft schwer, individuelle Ansatzpunkte für Klimarisikomanagement zu identifizieren und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Deshalb empfehlen wir ein strategisches Vorgehen. 

Ihr Unternehmen hat mehr als 2,5 GWh Gesamtenergieverbrauch pro Jahr?

Die Abwärme Ihres Unternehmens muss genau bewertet und auf den technisch unvermeidbaren Anteil reduziert werden.

Dann sind Sie von folgenden Anforderungen des Gesetzes betroffen:

1. Sie werden dazu verpflichtet konkret durchführbare Umsetzungspläne für Energieeinsparmaßnahmen zu erstellen und zu veröffentlichen.

Das betrifft Maßnahmen aus Energie- oder Umweltmanagementsystemen oder Energieaudits, die gemäß DIN EN 17463 (VALERI) als wirtschaftlich identifiziert wurden.

Wirtschaftlich bedeutet in diesem Kontext, dass die Maßnahme nach 50 % der Nutzungsdauer einen positiven Kapitalwert hat, wobei die Nutzungsdauer auf max. 15 Jahre begrenzt wird.

Die Umsetzungspläne sind von Zertifizierern, Umweltgutachtern oder Energieauditoren zu bestätigen.

2. Fokus auf die Abwärme!

Es ist an der Zeit, die Abwärme Ihres Unternehmens genauer zu bewerten, denn sie muss auf den technisch unvermeidbaren Anteil reduziert werden.

Der Ablauf ist wohlbekannt:

  • Step 1: Abwärme vermeiden;
  • Step 2: Abwärme reduzieren,
  • Step 3: Abwärme wiederverwenden.

Dabei gilt es auch über den Tellerrand hinauszublicken. Bei der Wiederverwendung der Abwärme sind beispielsweise auch externe Dritte außerhalb des Betriebsgeländes in Betracht zu ziehen.

3. Die Bundesstelle für Energieeffizienz will über das Abwärmepotenzial Ihres Unternehmens Bescheid wissen.

Die Informationen zur Abwärme Ihres Unternehmens sind daher meldepflichtig, immer bis zum 31. März des Folgejahres. Das betrifft unter anderem die Wärmemenge, die zeitliche Verfügbarkeit, das Temperaturniveau etc.

Eine Ausnahme von dieser Meldepflicht gibt es nur für klimaneutrale Unternehmen. Was genau „klimaneutrales Unternehmen“ bedeutet, wie „klimaneutral“ definiert und überprüft wird – daran wird noch gearbeitet. Dazu wird eine Rechtsvorschrift ausgearbeitet.

Ihr Unternehmen hat mehr als 7,5 GWh Gesamtenergieverbrauch pro Jahr?

Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001

Dann müssen Sie ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einführen und betreiben. Wobei sich Energiemanagementsystem auf die DIN ISO 50001 und Umweltmanagementsystem auf EMAS bezieht. Dafür haben Sie ab Inkrafttreten des Gesetzes 20 Monate Zeit. – also genau bis zum 18. Juli 2025.

Wichtig! Die ISO 14001 gilt NICHT als Erfüllung der Anforderung nach dem EnEfG. 


Wir empfehlen bereits jetzt aktiv zu werden. Die Einführung eines Managementsystems betrifft alle Geschäftsprozesse, vor allem auch die Führung des Unternehmens. Ein Prozess, der zeitliche und personelle Ressourcen bindet. Unser Expertenteam von SEMPACT unterstützt Sie gerne bei der strategischen Einführung und begleitet Sie bei Umsetzung der Normen. Zusätzlich bieten wir über unsere Akademie Kurse an, die es Ihrem Team ermöglichen, die Anforderungen selbstständig anzuwenden.  

Was passiert, wenn Ihr Unternehmen die Anforderungen aus dem EnEfG nicht umsetzen?

Eine Nicht-Erfüllung der Anforderungen bedeutet eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Einstufung der Schwere werden Bußgelder von bis zu 100.000 € erhoben. Viel relevanter ist aber, dass es keine Alternative gibt, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Ihre Kunden werden Klimaverantwortung zunehmend fordern.

Vorteile einer Klimastrategie

Obwohl das Themenfeld komplex und noch nicht konkret ist, hilft es Unternehmen, die Dekarbonisierung nicht als Bedrohung, sondern vor allem als Wachstumschance zu sehen. Ein strategisches Vorgehen hilft, Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Richten Sie Ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten Schritt für Schritt auf die Erreichung Ihrer individuellen Klimaziele aus, um Vorteile für Ihr Unternehmen zu erarbeiten und zukunftsfähig zu Wirtschaften.  

  • Wettbewerbsfähigkeit 
    • Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen buchen nach Zahlen des Umweltbundesamtes ein stetiges Wachstum. Im Wettbewerb um Kunden haben solche Angebote immer mehr Durchsetzungsvorteile.
  • Lieferketten 
    • Immer mehr Großkunden und Konzerne fordern von Ihren Zulieferern Nachweise zu nachhaltiger Produktion. Unternehmen, die sich strategisch aufstellen, haben Vorteile gegenüber (ausländischen) Wettbewerbern. Hinzu kommt das Lieferkettengesetz, das bereits jetzt den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Lieferkette fordert. 
  • Personal- und Nachfolgethemen 
    • Es wird zunehmend schwieriger, gute Fachkräfte zu finden und zu halten. Jüngere Generationen sehen aktiven Klimaschutz zunehmend als Argument, sich für ein Unternehmen zu entscheiden und dort zu bleiben. 
  • Unternehmerische Risiken 
    • Betriebliche Investitionen in Klimaschutz minimieren allgemeine unternehmerische Risiken und beeinflussen das Image nachhaltig positiv. 

Fußnoten

¹ Gesamtenergieverbrauch = Summe über alle Energieträger (Strom, Gas, Fernwärme, Diesel etc.) im Mittel der letzten 3 Jahre

² Nach DIN EN 16247-1 November 2022. Bisher wurde nach der DIN EN 16247-1 Oktober 2012 auditiert.

Quellen

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Antonia Meichelböck, M. Eng.

Energieeffizienzcoach
Tel: +49 8191 657088-14
Mobil: +49 162 6915221
antonia.meichelboeck(at)sempact.de

Klimaverantwortung und CO2-Ausgleich: Unsere Sichtweise bei SEMPACT

Wir stehen vor der großen Herausforderung, die Folgen des globalen Klimawandels gemeinsam zu händeln. Als Unternehmen haben wir dabei die Aufgabe, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken und unvermeidbare Emissionen auszugleichen. Wir sehen einen langfristigen Erfolg in der Senkung des Energiebedarfs und bei der Umsetzung von nachhaltigen Klimaschutzmaßnahmen. Um unserer eigenen Klimaverantwortung gerecht zu werden, leiten wir aus unserer CO2-Bilanz unsere individuellen Ziele ab.

Ziele

Im Jahr 2022 hatten wir uns die folgenden drei Ziele gesetzt:

  • Wir wollen unsere Gesamtfahrleistung mit unseren Firmenwägen auf dem Niveau von 2021 halten (keine Mehr-Kilometer).
  • Wir wollen unseren Anteil an Fahrten mit der Bahn / öffentlichen Verkehrsmitteln steigern.
  • Wir wollen 25 % der Emissionen aus dem Jahr 2022 durch ein Ausgleichsprojekt kompensieren.

Hier möchten wir darüber berichten, wie es Stand heute um diese Ziele steht und wie unser weiterer Fahrplan aussieht.

Im Bereich „Reduktion“ haben wir uns zu Beginn des Jahres 2022 das Ziel gesetzt, im Jahr 2022 das Niveau der Gesamt-Fahrzeug-Kilometer unserer Firmenwägen auf dem Niveau von 2021 zu halten. Dieses Ziel haben wir zu 95 % erreicht. Unseren Anteil von Dienstfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Verhältnis zu Pkw-Fahrten konnten wir gegenüber dem Vorjahr um 1 % steigern. Das Jahr 2021 war bei uns noch geprägt von einem deutlich erhöhten Anteil an digitalen Kundenterminen sowie internen Besprechungen, zeitweise Kurzarbeit und somit einem insgesamt reduzierten Reiseaufwand. Unsere Zielverfehlung um 5 % ist daher in erster Linie auf ein deutlich erhöhtes Reiseaufkommen zurückzuführen. Dies soll jedoch keine Entschuldigung oder Ausrede darstellen. Denn unserem Planeten hilft nur eine absolute Reduktion unserer Klimaauswirkungen.

Wir wollen unseren Fokus künftig weiter schärfen und unsere Dienstreisen, soweit erforderlich, vermehrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen. Hierfür haben wir seit Beginn 2023 eine quartalsweise Betrachtung unserer Fahrleistungen und Emissionen in unsere Teammeetings integriert. Mitte 2023 haben wir festgestellt, dass wir im ersten Halbjahr 2023 erneut eine 5-prozentige Steigerung der Gesamt-Pkw-Kilometer (im Vergleich zum Jahr 2022) zu verzeichnen haben. Wir dürfen uns hier also an der eigenen Nase packen und bei der Vereinbarung von vor-Ort-Terminen das ein oder andere Mal noch kritischer hinterfragen, ob wir diese Termine logistisch nicht klima-optimierter gestalten können. Hierzu wollen wir bis zum nächsten Bericht einen Transformationsfahrplan entwickeln.

Kompensation

Das Thema CO2-Kompensation ist in vieler Munde. Im Laufe der vergangenen Monate und Jahre gab es immer wieder mediale Aufmerksamkeit um einzelne Projekte, Firmen oder Anbieter. Häufig war dabei jede Menge Greenwashing im Spiel, also viel grüner Anstrich ohne tatsächliche Wirkung. Nicht nur deshalb haben wir uns kritisch nach seriösen Projekten umgeschaut, mithilfe derer wir tatsächlich dem Klima dienen können.

Relativ schnell war für uns klar, dass wir uns vorrangig nach möglichst regionalen Projekten umschauen wollen. Damit sind CO2-Ausgleichsprojekte wie Waldpflanzungen oder die Installation von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im globalen Süden für uns vorerst ausgeschieden. Grund hierfür ist vor allem unsere Auffassung, dass wir wieder vermehrt in lokalen Kreisläufen denken und wirtschaften sollten. Denn beim CO2-Ausgleich geht es uns nicht nur um die Treibhausgase (denn für das globale Klima wäre es relativ unerheblich, ob diese in Mitteleuropa, Südostasien oder Lateinamerika ausgeglichen werden). Es geht uns um einen erweiterten Blick auf das Thema: Welchen weiteren Mehrwert kann eine „CO2-Kompensation“ leisten? Welchen Beitrag zur Biodiversität und Sozialem kann ein Projekt leisten? Wie können wir innerhalb unserer Grenzen wirtschaften?

Wir haben zahlreiche Anbieter bzw. Projekte verglichen. So haben wir uns unterschiedliche Geschäftsmodelle angesehen, von der Naturverjüngung, Verurwaldung und Agroforstsystemen über die Wiedervernässung von Mooren, der Ermöglichung von Seegrasflächen, dem Pflanzen von Feldhecken und Streuobstwiesen, dem Humusaufbau in der Landwirtschaft bis hin zur Herstellung von Biokohle. Einzelne Projekte warben mit ökologischen Zusatznutzen wie der Kühlung der Region, der Reinigung von Trinkwasser oder der Steigerung der Regenwurmdichte und Bodengesundheit. Zahlreiche Anbieter arbeiten mit unterschiedlichen Instituten und Hochschulen bzw. Universitäten zusammen, da die Bindung von CO2 noch ein großes Forschungsfeld ist.

Die Kosten pro kompensierter Tonne CO2 schwankten je nach Projektart von 25 €/Tonne bis hin zu 527 €/Tonne. Hierbei sind wir stark ins Denken und Diskutieren gekommen: Wie können wir die Effektivität der Projekte in Bezug auf Kosten und CO2-Bindung beurteilen und vergleichen? Welcher Preis für eine Tonne CO2-Ausstoß ist angemessen? Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt in seiner Methodenkonvention 3.1 zur Ermittlung von Umweltkosten für im Jahr 2022 emittierte Treibhausgase einen Kostensatz von 237 Euro pro Tonne CO2 zu verwenden, insofern die Wohlfahrt der heutigen Generation höher gewichtet wird als die Wohlfahrt künftiger Generationen. Bei Sempact halten wir diese Sichtweise für unzureichend, da es kein klima-gerechtes, enkel-taugliches Modell ist, wenn wir unser Leben höher gewichten als das künftige Leben. Bei einer Gleichgewichtung klimawandelverursachter Wohlfahrtseinbußen heutiger und zukünftiger Generationen empfiehlt das UBA einen Kostensatz von 809 Euro pro Tonne CO2 für das Jahr 2022. Die Diskussion, wie wir mit diesen empfohlenen, realen Kosten durch Folgenschäden durch den Ausstoß von Treibhausgasen umgehen wollen, ist noch nicht zu Ende geführt. Für unser erstes Kompensationsprojekt greifen wir nicht auf die empfohlenen Kostensätze des UBA zurück, sondern orientieren uns an den vorgeschlagenen Preisen für den Emissionsausgleich durch die einzelnen Anbieter. Wir möchten das Gespräch über CO2-Preise und -kosten immer wieder aufgreifen, gerne auch gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten, um das Bewusstsein unserer Auswirkungen zu reflektieren.

Hände halten eine Kugel
Jede hilft mit, die Kugel der Nachhaltigkeit ins Rollen zu bringen und ans Ziel zu führen.

Schrittweise möchten wir unsere Kompensation der bislang nicht vermeidbaren Emissionen um 25 Prozent pro Jahr erhöhen. Wir haben im Jahr 2023 begonnen und 25 Prozent unserer Emissionen von 2022 ausgeglichen.

  • 2022 25%
  • 2023 50%
  • 2024 75%
  • 2025 100%

Für den Ausgleich für das Jahr 2022 haben wir uns dazu entschieden, regionalen Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit in der Landwirtschaft zu unterstützen. Hierfür haben wir 7,5 Tonnen CO2 (25 % unserer Scope 1-3 Emissionen) bei CarboCert unter der Verwendung der ISO-Norm 14064-2 ausgeglichen. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da wir zahlreiche der recherchierten und angefragten Projekte gerne unterstützt hätten.

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, 100 % unserer Emissionen direkt auszugleichen, da dies unserem Grundsatz aus Vermeiden, dann Reduzieren und im letzten Schritt Kompensieren, widersprechen würde. Eine vollständige Kompensation von Emissionen würde zudem unseren Ansporn senken, aktiv die eigenen Emissionen zu verringern.

Wir werden Anfang 2024 erneut Bilanz ziehen, inwieweit wir unser „Reduktions- bzw. Stagnationsziel“ erreicht haben und welch(e) Ziel(e) wir uns für die Folgejahre vornehmen.

Links und Anhänge

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