Die Effizienz einer neuen Anlage hängt entscheidend von ihrer Integration in das Gesamtsystem ab. Der reine Kauf einer auf dem Papier effizienten Anlage ist nur die halbe Miete – die andere Hälfte gewinnen Sie durch eine detaillierte Leistungsabnahme bei der Inbetriebnahme.

Im Fall einer Kälteanlage sind mindestens zwei Messgeräte erforderlich:

  1. Stromzähler für die Kälteanlage (Verdichter, Pumpen, Rückkühler/Freikühler)
  2. Kältemengenzähler (Kältemenge, Volumenstrom, Vorlauf-, Rücklauftemperatur)

Für die Bewertung der Effizienz der Anlage in Abhängigkeit von der Außentemperatur ist eine zusätzliche Messung des Temperaturverlaufs ideal. Je nach Standort können auch DWD-Wetterdaten mit ausreichender Genauigkeit genutzt werden.

Der Energieeffizienzgrad (EER) der neuen Kältezentrale wird kontinuierlich überwacht, indem der Quotient aus Kältemenge und Stromverbrauch unter Berücksichtigung aller wesentlichen Anlagenkomponenten in der bestehenden Energiemonitoring-Software berechnet wird. Hierbei ist das Gesamtsystem entscheidend, um sicherzustellen, dass trotz eines hohen EER-Werts des Verdichters die Effizienz nach Einbeziehung aller Komponenten erhalten bleibt.

Die von Beginn an eingebaute Messtechnik für Kälte und Strom ermöglichte die Sichtbarmachung ineffizienter „Standardeinstellungen“. Beispielsweise waren die Pumpenleistungen im Primärkaltwasserkreis und im Glykolkreis zu hoch eingestellt. Besonders im Freikühlbetrieb sind die elektrischen Verbräuche der Pumpen entscheidend für die Energieeffizienz der Kälteanlage. Schritt für Schritt wurde die Anlage auf den idealen Betriebspunkt optimiert. Die Analysen ermöglichen mittlerweile sogar, unterschiedliche Betriebspunkte für Hochlast- und Schwachlastzeiten zu definieren, um zusätzliche Effizienzpotenziale zu erschließen.