Die Bilanzierung von Unternehmen, Kommunen und Einzelunternehmer:innen ermöglicht deren wirtschaftliches Handeln zu messen und vergleichbar zu machen. Die GWÖ-Bilanz betrachtet die vier Kriterien Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung.
In jeder Kategorie werden Punkte vergeben. Für Umweltbelastung oder Entlassung von Mitarbeitenden gibt es Abzüge, für Mitbestimmung der Mitarbeitenden Pluspunkte. Insgesamt geht die Punkteskala von -3600 bis +1000 Punkten. 0 Punkte bekommen die Unternehmen, die alle gesetzlichen Standards einhalten.
Alle Punkte zusammen mit einem Bericht und einem externen Audit ergeben die Gemeinwohl-Bilanz. Diese wird online veröffentlicht und ermöglicht einen Vergleich unter den GWÖ-bilanzierten Institutionen, sowie für eine Organisation von der letzten zur Folgebilanz.
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein Entwurf für ein besseres Wirtschaftssystem. Die Idee wurde 2010 von Christian Felber geboren. Er ist der Meinung, dass die Regeln unseres globalen Wirtschaftssystems den Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft widersprechen. Im Moment konzentrieren Unternehmen sich vor allem auf den finanziellen Erfolg. Damit entstehen aber Folgekosten (zum Beispiel Umweltbelastung oder psychische Überlastung von Mitarbeitenden), welche die Allgemeinheit bezahlen muss.
Das möchte die GWÖ ändern. Anstatt nur auf mehr Geld zu achten, sollen sich die Unternehmen am Gemeinwohl orientieren. Ziel ist ein Wirtschaftssystem, welches Anreize für ethisches Handeln schafft.
Wichtig zu erwähnen ist, dass die Gemeinwohl-Ökonomie sich nicht als fertiges Modell versteht. Sie ist offen für Entwicklung und Austausch mit anderen alternativen Wirtschaftsmodellen.